Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

(30.08.-05.09.2001)

Slowenien stand schon seit geraumer Zeit auf meiner Wunschliste. So war die Entscheidung schnell getroffen, im Anschluss an das ATIC-Meeting in Pozza di Fassa noch eine Woche nach Slowenien zu fahren. Ziel war der CP Sobecunweit von Bled. Der CP ist nach dem Karawankentunnel so gut ausgeschildert, das man ihn gar nicht verfehlen kann!

Zunächst einmal die Kosten unserer österreichischen Nachbarn, Der Karawankentunnel kostet 20,- DM für PKW + Anhänger, für den Tauern- und Katschbergtunnel zusammen 20,- DM. Die Vignette kommt dann natürlich noch dazu.
Die Autobahnen in Slowenien sind nicht kostenfrei, jedoch kommt man ohne Maut zu bezahlen nach Bled.
In unserem Reiseführer stand noch ein Spritpreis von ca. 1,20 DM drin. Stimmt auch nicht mehr. Wir haben überallden gleichen Preis von 172,20 Tollar (SIT) bezahlt, zwar für Super Bleifrei, was einem Gegenwert von ca. 1,70 DM entspricht.
Noch ein Tipp für die, die Geld tauschen wollen. Auf keinem Fall am Karawankentunnel auf österr. Seite. Uns wurde eine Gebühr von fast 20,- DM abgeknöpft!! Also lieber in Slowenien tauschen, geht z.B. auch auf dem CP Sobec.
Eines haben die Slowenen auf jeden Fall von den Österreichern gelernt, das Blitzen. Also aufgepasst. Vor allem an den Hauptverkehrsstrecken stehen sie sehr oft und zielen mit ihren Radarpistolen auf Kraftfahrzeuge aller Art. Die Ein- und Ausreise nach Italien und Österreich ist problemlos, es wird normalerweise nur der Personalausweis kontrolliert.

Donnerstag (30.08.2001):

Anreise

Freitag (31.08.2001):

Das Wetter war kurz gesagt beschissen. Zum Glück hatten wir das Auto dabei und machten uns auf den Weg nach Postojnska. Die Höhle von Postojna ist mit ca. 20km einer der größten Höhlen der Welt. Klar, das sie natürlich auch eine Touristenattraktion ist, wie wir schnell feststellten. Nach 22,- DM Eintritt und 1,- DM für die Toilette ;-) machten wir uns mit ca. 250 - 300 Leuten (!!!!!) auf den Weg ins Innere der Höhle. Nicht zu Fuß, sondern mit einer kleinen Eisenbahn. Nach etwa 4km Führung, dann zu Fuß, ging es wieder per Bahn zurück.


Die Höhle ist wirklich sehr, sehr eindrucksvoll und sehenswert. Jedoch werden diese Eindrücke doch stark vom Durchschleusen der Menschenmassen getrübt. Fotografieren ist im Innern verboten, jedoch hielt sich kaum einer daran. Ich lies den Foto stecken, und habe mir stattdessen ein paar Postkarten als Ersatz gekauft.
Da die Autobahn Richtung Karawankentunnel (Bled) noch nicht fertig ist, kommt es zwischen Kranj und Bled immer zu riesigen Staus. Wir waren mittendrin!
Es regnete eigentlich den ganzen Tag, gegen Abend wurde es dann aber richtig heftig. Ein kleiner Bach floss schon durch unser Zelt, und so blieb uns nichts anderes übrig, als auch die Schlafkabine mit der mitgebrachten Plane besser zu schützen.

Samstag (01.09.2001):

Wir hatten die Nacht trocken hinter uns gebracht, und endlich konnten wir unsere Mopedklamotten wieder anziehen um auch mal Motorrad zu fahren. Das Wetter war nämlich echt gut. Erstes Ziel, klarer Fall, der Vrsic Pass zwischen Kranjska Gora und Bovec.
Im Vorfeld hatte ich zumindest schon ein paar Infos über Slowenien erhalten, u.a. das es dort noch recht viele offizielle, aber unbefestigte Strassen gibt. Ulli ist nun nicht gerade der Fan solcher Straßen, also suchte ich eine 'gelbe' Straße, die 907, aus. Diese war zwar unbefestigt, aber einwandfrei, d.h. auch für jedes Straßenmotorrad, befahrbar.

Weiter ging es dann ab Mojstrana auf der Hauptstraße nach Kranjska Gora und dann hinauf zum Paß. Eine Bergstrecke, wie ich mir auch die alten Passstraßen in den Alpen vorgestellt habe. In fast jeder Kehre Kopfsteinpflaster, der Teerbelag in recht schlechtem Zustand und die Straße sehr schmal.

Auf der anderen Seite des Passes dann eine einwandfreie Straße bis nach Bovec ins Soca Tal.
Wir folgten dem Flußlauf der Soca bis nach Tolmin. Sehr oft sieht man kleine Hängebrücken über den Fluß, und so ließ ich es mir natürlich nicht nehmen auch mal über so ein ziemlich schwankendes Teil (wenn man etwas nachhilft!) zu gehen, um auf die andere Seite zu kommen.

 


Über die 403 fuhren wir dann wieder Richtung CP. Über kleine Landstraßen, mit ein paar Abkürzungen über einspurbreite Wege die mich sehr ans Elsaß erinnerten, erreichten wir dann Bohinjska Bistrica und unseren CP.

Sonntag (02.09.2001):

Wieder ging es über kleine und einsame Straßen los bis Zelezniki. Das Wetter war zwar nicht berauschend, aber zumindest trocken, noch. Die Strecke nach Skofja Loka war mir dann aber zu langweilig und so bog ich irgendwann einfach mal rechts ab und wir erreichten über kleine und kleinste Straßen Zapreval und kamen bei Poljane wieder auf die Haupstraße. Ein wirklich schöner Abstecher. Nach einem kurzen Stück 'rote' 210, ging es gleich auf die 'gelbe' 408 bis Ziri und weiter Richtung Logatec. Um nicht durch Logatec fahren zu müssen, und immer auf der Suche nach einsamen Straßen fuhr ich irgendwann rechts ab, und erreichte über Zavratec Gudovic. Dort kreuzten wir die 'rote' 102 und gelangten nach Col. Kaum waren wir abgebogen endete, zumindest zu meiner Freude, der Teerbelag und unbefestigt ging es mitten durch den Wald über die 'gelbe' 609 nach Lokve. Nach einem kleinen Verfahrer, wieder zurück auf Teer, der aber schon ein paar Meter hinter dem Ort wieder endete. Die Strecke führt dann über Cepovan Richtung Tolmin. Eine sehr schöne, unbefestigte bergab Strecke, die mir natürlich bergauf viel mehr Spaß gemacht hätte.
Über die 'rote' 102 und 210 erreichten wir dann Skofja Loka und Kranj. Wie am Freitag war die Strecke wieder hoffnungslos überlastet, und so suchte ich mir einfach einen anderen Weg Richtung CP.

Montag (03.09.2001):

Strahlender Sonnenschein weckte uns heute, doch leider mußte das Mopedfahren etwas warten, da zuerst die Waschmaschine gefüttert werden mußte. Schon blöd das die verdammte Wäsche bei Regen einfach nicht trocknen will. Also war nur noch Zeit für eine Kurztour. 
Über eine wirklich sehr schöne Nebenstraße erreichten wir Bistrica und den Loiblpaß, soll heißen den Loibltunnel. Den Paß gibt es wohl nicht mehr, zumindest nirgends beschildert. Einmal sah ich zwar einen Abzweig, der sah aber eher nach einem Wanderweg aus.
Keine berauschende Strecke, auf der österr. Seite sah das schon etwas besser aus. Als Verbindungsetappe zum nächsten Paß ging es über Ferlach rechts ab nach Zell Pfarre, ein wirklich schöner Abstecher, und am Himmel war immer noch keine Wolke zu sehen. Wieder zurück auf der Bundesstraße 85 ging es nach ein paar Kilometern rechts ab Richtung Seebergsattel. Kaum in Slowenien ging es dann auf eine herrliche, als 20km kurvenreiche Strecke bezeichnete Straße wieder ins Tal und zurück zum CP.

 

Lust zum kochen hatten wir heute keine, und so fuhren wir noch zu einem Stadtbummel nach Bled. Eine sehr schöne Stadt direkt am See, die aber touristisch sehr gut erschlossen ist.
Zum Essen gingen wir in ein wirklich empfehlenswertes Restaurant, mit Namen Okarina (Riklijeva 9, 4260 Bled, Tel.:+386 4 5741458) und ließen uns kulinarisch mal richtig verwöhnen. Nicht ganz preiswert, aber es lohnt sich.

Dienstag (04.09.2001):

Als kleiner Service des CP wird immer ein kleiner Wetterbericht an der Rezeption ausgehängt. Der Versprach für heute nichts gutes. Trotz alldem machten wir uns auf um heute fünf mal die Grenze zu überqueren.
Um nicht zuviel Zeit zu verlieren, es regnete bereits, fuhren wir auf der Hauptstrecke Richtung Tarviso in Italien.
Über die SS 54, es regnete stärker, erreichten wir dann den Lago del Predil. Bei einem Capuccino entschlossen wir uns doch zur Abfahrt nach Chiusaforte, strichen aber die Auffahrt nach Mangart, die so schön im Reisebericht (
Motorrad Abenteuer 02/2001) beschrieben wurde.
Leider regnete es immer noch ununterbrochen, von Bella Italia keine Spur. Als wir dann die SS13 erreicht hatten brachen wir die Tour ab und fuhren über Pontebba und Tarviso wieder zurück. Die geplante Strecke sollte eigentlich über die karnische Dolomiten Straße nach Österreich und den Wurzenpaß wieder nach Slowenien gehen. So wurden aus den erhofften fünf Grenzüberquerungen nur zwei, aber ich hoffe diese Tour doch irgendwann mal nachzuholen.
Da die Wettervorhersage erst wieder für Donnerstag einigermaßen Wetter versprach, entschlossen wir uns, schweren Herzens, schon Morgen nach Hause zu fahren.
Zumindest hatten wir wegen des 'tollen Klimas' nun noch etwas Zeit für einen kurzen Stadtbummel in Bled. Ein zwar touristisch total erschlossener Ort, der aber trotzdem einen Besuch wert ist.

Mittwoch (05.09.2001):

Dem Wetterbericht folgend, verluden wir Mopeds und Gepäck bei Regen, und das Zelt war mehr oder minder doppelt so schwer, und völlig durchnässt.
Im Dauerregen ging es Richtung Heimat, vorbei am Faaker See, wo gerade das Harley Treffen stattfand. Auf der ganzen Strecke kamen sie uns entgegen, und ich war froh das wir bei diesem Sauwetter im Auto saßen. Die Jungs taten mir echt leid. Bis nach Hause waren es so ca. 800km, jedoch nicht ohne ein paar schöne Staus von bis zu 20km Länge hinter uns zu bringen. Da wäre ich natürlich lieber wieder auf das Motorrad umgestiegen!

 

Slowenien hat uns beiden eigentlich sehr gut gefallen, nur leider spielte das Wetter nicht mit. Ich möchte auf jeden Fall wieder in diese Gegend. Slowenien ist recht klein, und so werden wir vielleicht mal einen Urlaub in Kroatien und Slowenien machen. Wann? Das wird sich zeigen!! 

Camping Sobec
Sobceva cesta 25
SI-4248 Lesce
Tel.: +386 (0) 4 5353 700
Fax: +386 (0) 4 5353 701
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!www.sobec.si

GPS: N 46° 21' 11.7" E 14° 08' 47.5"

Reiseführer:
Slowenien Istrien, Lore Marr-Bieger, Michael Müller Verlag, ISBN 3-923278-77-2, 36,80 DM
Karte:
Slowenien, 1:250 000, freytag & berndt, ISBN 3-85084-236-3, 13,90 DM

Zum Seitenanfang
JSN Boot template designed by JoomlaShine.com