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Sizilien
(12.05-02.06.2001)

 

"Wie seit Ihr denn auf die Idee gekommen gerade nach Sizilien zu fahren?" lautete oft die Frage in meinem Bekanntenkreis. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Wir 'stehen' nun mal auf Inseln, da braucht man sich nicht immer einen Kopf darum zu machen wo man hinfahren will, spätestens am Wasser ist Schluß. Groß genug für einen Urlaub sollte sie aber sein, auf Kreta und Sardinien waren wir schon, warum nicht mal nach Sizilien.
Erstes Thema natürlich die Anreise. Im Vorfeld hatte ich mich natürlich darüber informiert wie es denn so mit Fähren aussieht. Ab Genua oder Livorno kein Problem, jedoch sollte dieser Spaß für zwei Personen, zwei Motorräder und Kabine hin und zurück 1500,- DM kosten. Viel Geld wie wir meinten, und da wir uns gerade einen Motorradanhänger gekauft hatten, und wir zu unserem Glück auch noch über Bekannte kostenlos eine Ferienwohnung zu Verfügung gestellt bekamen, war es entscheiden die gut 2000km mit dem Gespann hinter uns zu bringen.
Um gleich die Frage nach den Kosten zu klären. 2x Vignette für die Schweiz 100,- DM (1x Auto, 1x Anhänger !, hatten wir aber schon von unserem Gardasee Trip) und ca. 200,- DM für Italien (hin und zurück).

 

Am Samstag ging es natürlich in aller Herrgottsfrühe los, so oft ich auch in Urlaub fahre, das Reisefieber wird wohl (hoffentlich) immer bleiben. Irgendwo in Italien stoppten wir dann und schliefen ein paar Stunden im Auto. Nicht sehr bequem, gebe ich zu. Doch habe ich nie den Nerv mit dem Gespann eine Unterkunft zu suchen, außerdem konnten wir so ein paar Stunden länger fahren.
Am Sonntag dann ging es weiter bis Salerno. Ab dort wird die Autobahn staatlich, soll eigentlich heißen sie besteht fast nur noch aus Baustellen. Ich gehe mal davon aus, wenn die Autobahn fertig ist wird sie auch Geld kosten, aber das kann dauern ....

 

In Villa San Giovanni waren wir dann endlich am Ende des Stiefels angelangt. Das Fährticket für die ca. 20 minütige Fahrt schlug mit 40,- DM zu buche. Hin und zurück konnten wir leider nicht buchen, das geht nur für einen Aufenthalt kleiner gleich 14 Tagen!

 

Nach ein paar hektischen Kilometern durch Messina, man muß sich erstmal wieder an die italienischen Normalität gewöhnen, waren wir zum Glück wieder auf der nun wieder zu bezahlenden Autobahn Richtung Barcelona. Nein, nein, nicht verfahren. Barcelona-Pozzo di Gotto, genauer gesagt Portosalvo war unser Ziel.
Natürlich wurden wir sehr aufmerksam von den wenigen Dorfbewohnern, die zu diesem Zeitpunkt schon wach waren, beobachtet. Aber nach sehr kurzer Zeit war das Gepäck ausgeladen, die Fahrzeuge geparkt, der Hänger abgestellt und wir im Innern des Hauses verschwunden. Nun konnte die Dorfbevölkerung in Ruhe darüber diskutieren, wer wir wohl sind, was wir hier wollen, warum gerade in diese Wohnung, etc......

 

Großen Hunger hatten wir natürlich, nach dieser Marathonetappe in ca. 30 Stunden. Nach einem kurzen Blick in den Reiseführer (Reise-Know-How, Sizilien ISBN 3-89416-627-4) entschieden wir uns für Quattro Stagione in Falcone, ohne aber zuerst den Daheimgebliebenen vom Strand aus per Handy, bei strahlendem Sonnenschein und als Hintergrundmusik das Rauschen des Meeres, die Nase lang zu machen ;-)).
Natürlich noch etwas zum Essen. Die Antipasti waren hervorragend, der Rest natürlich auch.

 

Zum Service der Wohnung gehörte natürlich kein vollgepackter Kühlschrank. Aber dem konnte man abhelfen, warum habe ich mir schließlich einen Kombi gekauft. Also saßen wir am Montag morgen wieder im Auto und machten uns auf die Suche nach einem Supermarkt. Es war wirklich eine kleine Suche, doch zuvor machte ich noch direkte Bekanntschaft mit dem süditalienischen Fahrstil, und zwar mittendrin statt nur dabei. In Barcellona gibt es eine große Kreuzung ohne erkennbare Vorfahrtsregel. Wer also auf ein freundliches Winken eines Einheimischen hofft, der wird wohl heute noch da stehen, also Augen stur geradeaus und ohne äußerliche Anzeichen von Unwohlsein durch. Noch einen Tip(p). Nicht so zaghaft, und auf keinen Fall dem von Rechts oder Links kommenden in die Augen schauen, dann hast Du verloren!

 

Der Kühlschrank ist voll mit leckeren Sachen, genau so wie unsere Mägen, aber da war doch was? Ach ja, die Mopeds. Um mal etwas die Gegend kennen zu lernen und auch mal den Straßenzustand etwas unter die Lupe zu nehmen, ging es gleich über die absolut tolle SS185 über Novara di Scilia bis Mólo Alcántara. Dann auf eine Nebenstraße bis Portella Zilla und weiter nach Portella Ceresa. Ein kleiner Abzweig unweit interessanter, skulpturähnlicher Gesteinsformationen lädt zur Pause ein.

 

 

Alleine sind wir nicht. Umgehend möchte uns ein Abgesandter derer von Kuh begrüßen, traut sich aber nur bis auf 50m an uns ran. Wir folgen weiter dem Abzweig, der Straßenzustand entspricht eigentlich nicht mehr so richtig seinem Namen, bis sie plötzlich vor einer noch zu bauenden Brücke endet. So wie das hier aussieht wir das wohl auch nichts mehr, jedoch verzweigen von dort ein paar befahrene, unbefestigte Strecken, deren Erkundung wir aber leider nicht mehr in Angriff nehmen können.
Weiter geht es Kurve um Kurve bergab nach Tripi, um dann bei Terme Vigliatore auf die nördliche Küstenstraße, die SS113 zu treffen. Von dort aus war es dann auch nicht mehr weit bis nach Portsalvo. Für den ersten Tag auf Sizilien genau richtig. Das macht Appetit auf mehr.

 

(Di 15.05)
Eigentlich sollte es heute zum ersten Mal zum schottern gehen, doch die Strecke entlang des Torrente Ruzzolino und Fantina ist durchweg geteert bis wir nördlich von Novara wieder auf die SS185 treffen. So führt uns der Weg nach Mazzarrà, Basico, Portella dello Zoppo auf die SS116 und weiter über Tortorici und Mirto auf die Küstenstraße (SS113). In Capo d'Orlando geht es wieder auf die SS116, nehmen bei Castell Umberto die kleine Parallelstrecke über Sinagra nach Raccúja, über noch kleinere Wege nach Librizzi und bei Patti stoßen wir erneut auf die SS113, die uns dann wieder zurück nach Portosalvo bringt. Heute merkte man doch schon einen großen Unterschied der Fahrbahnzustände. Sind die Strada Statale (SS) durchweg sehr gut ausgebaut und in einem guten bis sehr gutem Zustand, wobei dies aber dem Fahrspaß in keinster Weise einen Abbruch tut, sieht es auf den Strada Provinciale schon etwas anders aus. Die Kurven und Kehren sind noch enger und oft sehr schlecht einzusehen, da das wild wuchernde Gestrüpp wohl eher selten gemäht wird. Man paßt dann automatisch seine Geschwindigkeit an, was auch gut ist, denn auch der Belag weißt nun öfters einige Schlaglöcher und Abbrüche auf. Die Strada Communale, bei uns laufen die wohl eher unter landwirtschaftlichem Forstweg, sind dann noch eine Nummer schlechter. Ich denke für schwere Straßenmaschinen mit langem Radstand bleibt da der Fahrspaß wohl eher, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Strecke.

 

(Mi 16.05)
Heute nun lernte die fast fertig umgebaute Transalp von Ulli man das etwas unbefestigte Terrain kennen. Wir schlugen einfach mal die Richtung der Fahrspuren eines Flußbettes ein, die dann, unterbrochen von kurzen Bachdurchfahrten, leider im tiefen Kies vor einer Staumauer endete. Also auf der anderen Seite das steile Ufer wieder hoch, mitten über die grüne Wiese. Der Bauer staunte nicht schlecht als wir so mitten aus dem satten Grün auftauchten. Das war schon recht anstrengend gewesen, auch weiß man ja nie wo einen die Wege so hinführen.
Bei Castoreale kamen wir auf jeden Fall wieder auf die Straße Richtung Küste. Der Teil der Küstenstraße ab Barcellona Richtung Messina ist wohl einer der Strecken die man als Motorradfahrer meiden sollte. Völlig mit PKW's und LKW's überfüllt, kommt man nur mit dauernden Überholmanövern vorwärts. Als die SS113 dann aber rechts in die Berge abzweigt ist schlagartig alles anders. Nach ein paar engen Windungen ist vom dichten Verkehr der Küstenstrecke kaum noch etwas zu spüren. Wir frönen der Kurvenorgie bis zum Abzweig nach Antennamare, wo wir uns noch eine kleine Pause gönnen. Auf der Karte als recht gerade verlaufende Strecke windet sich die kleine Straße auf 7km von ca. 500m ü.n.N. auf 1127m. Viele Ausblicke hat man auf der Strecke aber nicht, sie führt fast komplett durch dicht bewaldetes Gebiet. Erst am Ende, Antennamare, hat man einen tollen Blick auf die Ost- (Messina) und Westküste. "Warum heißt das Teil eigentlich Antennamare?" habe ich mich die ganze Zeit gefragt. Jetzt wo ich hier bin wird mir alles klar. Mehrere Gittermasten, voll bestückt mit Mobilfunk- und Richtfunkantennen haben diesem Ort seinen Namen gegeben.
Laut meiner Karte und meinem GPS sollte aber die Straße auf dem Bergkamm Richtung Südwesten weiter führen. Aber weit und breit Nichts in Sicht. Erst an an einem Schotterabzweig fällt mir ein Wegweiser auf, und ein Blick auf das GPS bestätigt mir, das der Weg ab hier unbefestigt weiter geht. Ein kurzer Blick zu Ulli, sie nickt zwar etwas zögerlich aber sie nickt, folgen wir der Strecke ca. 15km.

 

 

Wir bewegen uns fast immer auf knapp 1100m, mit kürzeren bergab und bergauf Passagen, fast immer mit einem genialen Blick auf die Küsten. Eine echt wunderschöne Strecke, die ich echt nur jedem empfehlen kann der gerne mal etwas auf losem Untergrund unterwegs ist. An einem Rastplatz (N38° 06' 21.4'' E15° 26' 10.8'') zeigt das GPS eher links. Der befahrenere Weg geht aber rechts weiter. Ich vertraue dummerweise dem GPS und das Unglück nimmt seinen Lauf. Nach ein paar hunderte Meter ging es nur noch in steilen Serpentinen mit sehr viel losem Geröll bergab weiter. Laut GPS waren wir richtig. Also fuhr ich die Twin ein paar Meter weiter. Lies sie stehen, lief zurück und fuhr dann die Transalp an der Twin vorbei usw., bis wir dann schließlich vor einer Absperrung landeten. Nun verließ mich endlich der Entdeckermut und wir mußten die Serpentinen wieder zurück. In gleicher Weise wie ich die Mopeds runter gebracht hatte, fuhr ich sie dann wieder hoch. Wieder am Rastplatz angekommen war ich natürlich völlig erledigt, ich, der als Bürohengst ja nur so vor Kondition strotzt :-(. Da ich ja nicht wußte wie lange und wie weit es noch bis zur Straße war, entschlossen wir uns dazu lieber wieder so zurück zu fahren wie wir gekommen waren, nur das wir nun lieber ab der Küste die kostenpflichtige Autobahn nahmen.

 

(Do 17.05)
Um die Insel nun mal etwas besser kennen zu lernen packten wir unsere sieben (wohl eher siebenhundert) Sachen, schnallten alles an die Mopeds und fuhren los. Es war verdammt heiß und schwül. Zum Glück hatte ich meinen Rucksack mit 1,5l Trinkblase und die leichten und luftigen Enduroklamotten mitgenommen. Ziel war eigentlich ein Campingplatz im Landesinneren! Da die geplante Strecke nicht allzu lange war, suchte ich natürlich noch nach ein paar schönen Abzweige. Doch zunächst ging es mal wieder über die SS113 und 116 bis Randazzo. Von dort aus nach Cesaró und dann über eine knapp 25km lange, einspurig geteerte, sehr schöne und einsame Straße, vorbei am Lago dell Ancipa, nach Troina.
Während der Fahrt merkte ich immer wieder, wie Feuchtigkeit meinen Allerwertesten erreichte. Die Ursache war schnell gefunden. Die bei diesem Wetter ach so nötige Trinkblase hatte ein Leck, und ich nun nasse Unterhosen mit Magnesium und Calcium versetzt. Die vier Buchstaben taten durch die Feuchtigkeit noch weher, und immer mehr verfluchte ich mich das ich meinen heißgeliebten Strandstuhl zu Hause vergessen hatte. Immer nur auf den blöden Alukisten rumsitzen bringt es auf Dauer nun wirklich nicht.
Laut dem Reiseführer 2 soll es in Nissoria einen Berghof mit Zimmern und kleinem Campingplatz geben. Nach langem, vergeblichem Suchen, auch die Leute die wir gefragt haben kannten den Hof nicht, wollten wir dann zum CP am Lago di Pergusa, dem einzigsten Platz laut ADAC Campingführer im Landesinneren. Leider gibt es ihn wohl nicht mehr, was uns nach Rückfrage in einem Hotel bestätigt wurde. Es steht da zwar noch ein Schild, aber das soll in Sizilien nicht viel heißen. Die Frau an der Rezeption des Hotels erklärte uns aber das es wohl noch einen CP in Richtung Valguarnera geben solle. Auch den haben wir nicht gefunden, noch nicht mal ein Schild. Auch in Piazza-Armerina wurden nicht fündig, erst als wir beschlossen hatten nun doch direkt weiter über die SS117BIS bis zur Südküste zu fahren, habe ich im Vorbeifahrten ein Schild für einen Platz gesehen. Ich hatte nun aber keine Lust mehr weiter zu suchen. Falls also einer der Leser mir da weiterhelfen kann wo es im Landesinneren noch Campingplätze gibt, wäre ich echt dankbar dafür.
Ab San Michele wird dann auch noch die Strecke richtig langweilig und Gela entspricht wirklich dem wie es in den Reiseführern beschrieben wird:"Vor Gela wird jeder gewarnt, nicht nur vor der durch Petrochemie zerstörten Umwelt, vor dem heillos verdreckten Wasser und vor der häßlichen Stadt, sondern auch vor der völlig außer Kontrolle geratenen Kriminalität." Wobei man ziemlich oft auf Sizilien Anlagen der Petrochemie findet. Irgendwo müssen die Sizilianer ja Ihr Geld verdienen.
Endlich fanden wir dann einen CP an der Küste, einige Kilometer vor Licata. Doch so richtig wollten sie uns nicht drauf lassen. Sie empfahlen uns noch ein paar Meter weiter zu fahren. Da ist mit Sicherheit einer der auch schon offen hat. Und tatsächlich gab es einen CP. Due Roche (N37° 06' 33.1'' E14° 02' 15.1'') ist sein Name. Eigentlich ein sehr schöner Platz, direkt am Meer. Das Wetter wollte aber nicht so richtig mitspielen. Es war immer noch sehr heiß und schwül, und anstatt der geplanten ca. 250km, wurden es dann schließlich über 400km an diesem Tag.
Als Abendessen gab es Nudeln mit einer Fertigsauce aus dem zwar vorhanden, aber noch sehr, sehr schlecht bestückten Supermarkt am Platz.

 

(Fr 18.05)
Heute hatten wir keine so rechte Lust etwas zu unternehmen. So lungerten wir den ganzen Tag auf dem CP herum und beobachteten das Treiben der Camper. Etwa zur Mittagszeit, es war gerade eine deutsche Familie mit ihrem Motorradgespann eingetroffen und lud das Gepäck ab, wurde es plötzlich hektisch bei einem holländischen Berufscamperpäärchen. Die Stühle und der Tisch wurde beiseite geschafft, und ich fragte mich wohin die wohl heute um diese Zeit, genau in der Mittagshitze, wohl wollten. Plötzlich, wie von Geisterhand bewegte sich der Wohnanhänger, wohlgemerkt ohne Zugfahrzeug. Die wenigen Camper auf dem Platz schauten alle recht verdutzt, mich eingeschlossen, bis ich sah wie der Mann mit einer Fernbedienung rumspielte. Was es nicht alles gibt. Der Wohnwagen hat einen Elektromotor, damit man mittels drahtloser Fernbedienung das Teil ohne Probleme auf dem Campingplatz hin und her rangieren konnte!!
Heute abend suchten wir uns zum Essen eine Pizzaria in Licata. Es war sehr gut, leider habe ich den Namen vergessen. Auf jeden Fall muß man, von der SS115 aus Richtung des CP kommend, gleich links abbiegen in Richtung Licata. Sie liegt direkt an der Hauptstraße und hat einen Vorbau aus Holz.

 

(Sa 19.05)
So richtig gefiel es uns eigentlich bisher nicht an der Südküste, wobei wohl das Wetter eine mit entscheidende Rolle spielte. Über Nacht kühlte es kaum ab, und auch heute war es immer noch trübe, heiß und schwül. Bevor wir uns aber wieder Richtung Norden auf den Weg machten, wollten wir es noch einmal auf einem CP an der Südküste, weiter in Richtung Westen versuchen.
Die Küstenstraße war uns zu kurz, und der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. So fuhren wir über die Küstenstraße nach Agrigento, ich als Kulturbanause ließ natürlich das Tal der Tempel links liegen, wohl ein Fehler. Weiter über die sehr schöne SS118 nach Santo Stéfano und hoch Richtung Monte Cammarata. Es wurde nun aber im Hinterland so heiß und stickig, vom Himmel war schon lange nichts mehr zu sehen, als auf einmal mein GPS ausfiel. Zunächst dachte ich es wäre wohl defekt, doch es lag schließlich doch am Wetter, genauer gesagt am Scirocco. Der aus Südosten wehende Wind sorgte mit seinem mitgeführten Sand aus Afrika für das unangenehme Klima der letzten Tage, und auch dafür das die GPS Signale so abgeschwächt wurden das das Gerät sich unter eigentlich freiem Himmel ausbuchte. So etwas hatte ich bisher noch nie erlebt.
Ziemlich genervt, u.a. war mein selbst geflickter Trinkrucksack wieder undicht geworden, ging es dann nach einer kleinen Irrfahrt in, um und über San Giovanni und Cammarata wieder zurück bis Bivona. Von dort aus über Ribera an das Capo Bianco zum CP Eraclea Minoa (N37° 23' 38.0" E13° 16' 59.3").
Wieder ein recht schöner CP, aber fast völlig leer. Fast nur Deutsche tummelten sich auf dem Platz, wo sich, laut Besitzer, im Sommer fast 1000 Leute aufhalten würden. Die Zahl kommt mir zwar ein wenig hoch vor, aber mehrere Hundert werden es wohl sein. Eigentlich war ja auch alles da, Restaurant (noch nicht geöffnet), Supermarkt (außer Konserven, Wasser, spricht nicht leicht verderblicher Ware, leer) und eine Disco (das die zu war, dagegen hatte ich nun wirklich nichts). Nur einen Badestrand hatte der Platz nicht, da mußte man ein paar Meter laufen.
So machten wir uns eben zu Fuß auf die Suche nach dem einzigen Restaurant das mit vielen Schildern darauf aufmerksam machte durchgehend das ganze Jahr offen zu haben. Gespannt war ich schon was wir dort antreffen würden, wurden aber sehr positiv überrascht. Das Restaurant liegt direkt am Meer, an einem Badestrand!

 

(So 20.05)
Immer noch machte uns der Scirocco zu schaffen, die Lust auf eine Tour ins Hinterland war also eher gedämpft. Um nun doch auch etwas Kultur mitzunehmen besuchten wir die Ausgrabungstätte Eraclea Minoa, unweit des Camping Platzes. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf diesen Teil der Küste und den Strand in Form einer Sichel. Die ollen Griechen wußten schon genau wo ein guter Platz für ein Theater ist. Eine wunderschöne, natürliche Kulisse als Hintergrund ist eben durch Nichts zu ersetzen.

 

(Mo 21.05)
Zu einer Reise durch Sizilien gehört einfach eine Fahrt durch die so negativ berühmt gewordenen Orte Corleone und Prizzi. Wobei wir dann auch endlich beim Thema Mafia wären. Mein Eindruck, aus vielen Filmen kennt man sie, ich habe davon überhaupt nichts mitbekommen, auch wenn wir bei Fahrten durch verschiedene Ortschaften schon mal alte Damen in schwarzen Kleidern gesehen haben, um wenigstens ein Klischee zu bestätigen.
Unser Weg führte uns zunächst ein kurzes Stück entlang der Südküste, dann über kleinere Straßen nach Caltabellotta und weiter nach Chiusa. Dann erreichen wir Corleone (weiterhin keine Spur vom Paten :-)) und über Prizzi (auch deren Ehre konnten wir nicht entdecken :-)) Lercara, Roccapalumba, Sciara, nehmen noch einen Abstecher über Collesano mit, wir waren mal wieder auf der Suche nach einem CP (Le Zagure sul Mare) und haben auch diesen nicht gefunden,  treffen wir wieder im Norden auf die altbekannte SS113. Ziel ist nun ein CP bei Cefalù, den wir auch auf Anhieb finden. Es geht sogar noch weiter, es gibt direkt zwei nebeneinander, Sanfilippo und Ponente (N38° 01' 45.3" E13° 58' 58.0"). Da uns der Besitzer von Sanfilippo unbedingt auf seinen Platz locken will, gehen wir gerade deswegen auf den anderen. Unser Platz ist teurer aber echt O.K., mit sehr gepflegtem Swimming Pool und recht vollgestopft mit Wohnwägen und Wohnmobilen. Auch der ADAC Hessen-Thüringen ist mit einer Wohnwagen Rallye vertreten !!!! Im Nachhinein würde ich wohl den anderen Platz wählen, noch dazu, da dort ausnahmsweise mal viele Motorradfahrer waren.
Auch der Scirocco war noch recht aktiv, obwohl wir ja mittlerweile wieder auf der Nordseite der Insel waren. Die Duschen waren nicht überdacht, so waren die Haare binnen Minuten luftgetrocknet, der Wind nahm nämlich erheblich zu. Ulli war gerade in der Dusche, ich bereits wieder am Zelt, als unser Nachbar zu mir kam und mir riet ich solle doch lieber das Zelt richtig abspannen. Es war schon recht windig, also folgte ich seinem Rat und kaum war ich damit fertig, ging es auch schon richtig los. Es stürmte bestimmt gut 1,5 bis 2 Stunden. Das Zelt stand aber wegen der Abspannleinen stabil. Kaum war der Sturm verzogen erwischte mich plötzlich ein frische, kühle Brise. War das angenehm nach dem Klima der vergangenen Tage. Auch der Himmel zeigte sich endlich wieder von seiner besten Postkartenseite und so gingen wir erfrischt von Dusche und Klima Richtung Stadt.
Wohl hat der Zeltnachbar, der mir den Rat zum Abspannen des Zeltes gab, ein gutes Wetterhändchen, jedoch mit Entfernungen haut es da nicht so hin. Ich fragte ihn ob man die Stadt auch schnell zu Fuß erreichen konnte. "Gar kein Problem," sagte er: "In 15-20 Minuten seit Ihr da."
Als wir dann endlich nach mehr als einer Stunde endlich im Stadtkern von Cefalù waren, hatten wir zumindest ordentlichen Kohldampf. Nach etwas Suchen in der sehr schönen Altstadt, durchzogen von einem Gewirr kleiner und kleinsten Gassen, fanden wir schließlich auch die Trattoria L'Antica Corte. Ich muß sagen das "Menu turistico" war schon erste Sahne. Der Reiseführer hatte nicht zuviel versprochen.
Nach dem langen Rückmarsch, diesmal taten mir ausnahmsweise mal die Füsse weh, und nicht wie nach einer langen Motorradtour der A...., konnten wir endlich eine Nacht verbringen, in der wir uns sogar mit unseren Sommerschlafsäcken zudecken mußten!

 

(Di 22.05)
Schon wieder stand Kultur auf dem Programm. Doch dieses Mal konnte man dies wunderbar mit einer kleinen Tour verbinden. Start der Fiumare d'Arte ist in Castel di Tusa. Entlang der ca. 50km Rundtour sind verschiedene Objekte moderner Kunst direkt an der Straße ausgestellt. Eine schöne Tour war es auf jeden Fall, jedoch wird es mir immer ein Rätsel sein wie die Künstler einen Bezug zwischen Objekt und Namen herstellen können. Was würdet Ihr Euch zum Beispiel unter 'Materie ohne Dasein' vorstellen?
Wieder zurück in Castel die Tusa machten wir noch ein Pause in einem Café direkt am Kiesstrand. Auch der konnte mit recht bizarren Objekten aufwarten, die aber im Gegensatz zu den Vorhergehenden aus der Hand der Natur stammten.
Auch heute abend hatten wir keine Lust selbst zu kochen, der Supermarkt des Platzes gab mal wieder kaum etwas her. So fuhren wir diesmal nach Cefalù, bummelten etwas durch die Alstadt, natürlich über die Piazza Duomo wo das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt steht. Wen wunderst, der Dom.

 

(Mi 23.05)
Heute nun stand ein wirkliches Highlight auf dem Programm, was ich am Anfang eigentlich gar nicht so vermutete. Es paßte einfach alles. Blauer Himmel, angenehme Temperaturen und ein wunderschöne Strecke durch den 'Parco delle Madonie'.

 

   

 

Der Einstieg war bei Lascari und führte uns über Isnello zum Monte Múfara, wo ich zu meiner großen Überraschung an der Seite noch Schneefräsen mit angelegten Schneeketten entdeckte. Von Schnee war aber nun wirklich weit und breit nichts zu sehen. So ging es durch das Valle die San Nicola nach Polizzi und über Caltavuturo, Castellana und Petralia nach Castelbuono und über Isnello fast direkt nach Cefalù. 

 


Rocca di Cefalù

 

Noch ein kleiner Abstecher zu einer Kirche um ein Gelato und die Aussicht zu genießen und später bei der Abfahrt der Anblick des zweiten Wahrzeichens von Cefalù, die Rocca di Cefalù. Ein sehr großer Felsenberg der als Befestigungsanlage ausgebaut wurde, und um den sich die Stadt fast komplett herumzieht.

 

(Do 24.05)
Wieder packen wir unser Zelt zusammen, den der Mongibello, der Ätna, ruft. Nach der Steilauffahrt bei Caronia, innerhalb weniger Meter klettert die Straße vom Meeresspiegel auf ca. 600m und man hat da wirklich Probleme mit den beladenen Reiseenduro die Kurve zu kriegen, führt die Strecke dann durch den Nebrodi Nationalpark. Plötzlich vergißt man wo man ist, und kommt sich vor als würde man durch den Schwarzwald fahren. Es ist recht kühl und auch ein paar Regentropfen fallen. Doch kaum hört der Park auf ist von Wald kaum noch etwas zu sehen. Das Hinterland mit seinen vielen, oft kargen Getreidefelden hat uns wieder. Das Klima ist dementsprechend. Wieder ist es heiß und kaum ein Lüftchen geht.
Eindrucksvoll fand ich diese Aussicht vom Ort Capizzi (meine ich zumindest).

 

 

Der Berg versehen mit diversen Felsenwohnungen, und nun schmiegt sich die Stadt fast harmonisch an ihn an.
Weiter über Nicosia, Gagliano, Troina erreichen wir Adrano und schon sehen wir die ersten Lavafelder. Der Ätna, wie es sich gehört, hat natürlich seine Wolkenkappe auf.
Bei Nicolosi erreichen wir den Campingplatz Etna (N37° 37' 22.3" E15° 00' 31.7"). Wir mieten uns ausnahmsweise eine Hütte, das Wetter wird schlechter und es fängt auch leicht an zu regnen. Zum Abendessen sitzen wir dann mit einigen anderen Motorradfahrern in der Kneipe, geniesen unsere Pasta und den Vino della Casa.

 

(Fr 25.05)
Nichts

 

(Sa 26.05)
Heute nun starten wir zu unserer Ätna Rundfahrt, nur ein paar Meter entfernt vom Campingplatz folgen wir der Beschilderung zum Rifúgio Sapienza und schrauben uns über die sehr gute Straße in vielen Windungen den Berg hinauf. Immer wieder kreuzen wir erkaltete Lavafelder, ein paar Meter weiter sind wir wieder von Wald umgeben. Wie steht es doch so schön im Reiseführer, die Natur holt sich alles wieder zurück. Es dauert nur eben ein wenig länger. Die Wolken werden immer dichter, die Luftfeutigkeit überwindet die nicht vorhandene Membran unserer Enduroklamotten. Soll heißen es gießt in Strömen und wir schaffen es gerade noch rechtzeitig die Regensachen über zu ziehen.
Am Rifúgio angekommen ist der komplette Parkplatz übersäht mit Bussen, Autos, Shops und natürlich sehr vielen Menschen. Die Seilbahn ist außer Betrieb, so kämpfen wir uns von Shop zu Shop bis ich endlich meine Aufkleber habe, und entschwinden auch gleich wieder dem Tourirummel.
Bei Zafferana halten wir uns an die östlichere Strecke Richtung Linguaglossa, dann wieder auf die Ätna Rundstrecke, doch da es immer noch nicht aufhört zu regnen, meine Miniregenjacke ist schon völlig durchnäßt, folgen wir den blauen Flecken am Himmel Richtung Küste. Kaum haben wir sie eingeholt und es ist für ein paar Minuten trocken, fängt es auch schon wieder an. Wir geben auf und fahren zurück zum Campingplatz wo zumindest eine heiße Dusche auf uns wartet. Etwas enttäuscht vom eigentlichen Highlight dieses Urlaubes außer Regen nicht viel gesehen zu haben, bruzeln wir unser Essen und gehen sehr früh zu Bett.

 

(So 27.05)
Wieder voll beladen versuchen wir noch einen Anlauf etwas mehr vom Ätna zu sehen auf dem Weg zurück zu unserer Ferienwohnung in Portosalvo. Zumindest bleiben wir heute trocken, doch die Sicht ist immer noch mies.
Ab und zu jedoch bekommt man zumindest einen kleinen Eindruck der Landschaften so rund um den Ätna.

 

 

'Der gute Vulkan' wie er liebevoll von den Bewohnern der Ätnaregion genannt wird zeigt sich so gar nicht von der Seite die ihn berühmt gemacht hat. Alles sehr ruhig, viele Büsche überwuchern die alten Lavaströme, und von den vielen Katastrophen ist eigentlich nichts mehr zu sehen. Das aber sollte sich ja ein paar Wochen nach unserem Urlaub ändern. Der Ätna brach aus, und es sah kurzeitig so aus, als sollte es wirklich wieder zu verheerenden Schäden in verschiedenen, umlegenden Orten kommen.
Unser Weg führte uns heute direkt vom CP nach Zafferana, nun aber über die dem Ätna zugewandte Strecke. Spektakulärer wäre sie von der anderen Seite zu befahren, was wohl sicher die einheimische 4 in 1 Fraktion wußte, da uns ständig die Tiefflieger entgegen kamen.
Bei Francavilla treffen wir wieder auf meine Lieblingstrecke die SS185 und Ruck Zuck sind wir wieder in Portosalvo.

 

 

Ulli wirft mir später vor ich wäre nur deshalb so geheizt weil ich mir das Formel Eins Rennen im Fernsehen anschauen wollte, was aber wirklich völlig aus der Luft gegriffen war. Ich wollte eben nur das Eine mit dem Anderen verbinden :-))
Da der Kühlschrank natürlich leer war, machten wir noch einen Ausflug nach Milazzo, schlenderten über die Uferpromenade und aßen gemütlich zu Abend.

 

(Mo 28.05)
Um unseren Hinterteilen noch etwas Erholung zu gönnen, machten wir uns heute mit dem Auto auf. Wir wollten auch unbedingt noch etwas Keramik in Santo Stéfano kaufen, um zu Hause noch stilechter unserer italienischen Essleidenschaft zu frönen. Zunächst ging es aber an das Capo Tindari. Angeblich der schönste Sandstrand der Insel.

 

 

Vom Sanatuário della Madonna Nera sah er auf jeden Fall sehr verlockend aus.  Auch das griechische Theater besuchten wir, und was ich wirklich toll fand, es wird sogar noch als solches genutzt. Leider war während unseres Aufenthaltes keine Vorstellung mehr, da wäre ich auf jeden Fall hin, auch wenn ich kaum ein Wort italienisch verstehe. Wieder hatte auch dieses Theater als Hintergrund das Blau des Meeres.

 

 


Blick von der Küstenstraße SS113

 

Über die Küstenstraße erreichten wir dann Santo Stéfano, die Hauptstadt der Keramik auf Sizilien. Man wird förmlich von der Auswahl vor Ort erschlagen. Wer also dort hin fährt sollte besser wissen was er möchte, sonst braucht er, so wie wir, 2-3 Stunden bis er alle Läden abgeklappert hat.

 

(Di 29.05)
Die Schotterstrecke von Antennamare hatte mir so gut gefallen, daß wir uns entschlossen die Strecke von San Filippo aus mal anzugehen. Anfangs noch geteert fängt der Schotterspaß ca. 8-9km hinter Santa Lucia an.

 

 

Auch diese Strecke war wieder in meinem GPS und wir folgten Ihr bis zum Abzweig am Pizzo della Croce wo es links Richtung Antennamare geht. Wir hielten uns rechts, denn wir wollten ja auf der SS185 rauskommen. Es ist einfach ein tolle Strecke. Man könnte andauernd anhalten um Bilder zu machen, was ich auch oft genug tat. Was mir besonders gut gefiel, daß man auch oft den Ätna erahnen konnte. Sehen konnte man ihn nicht direkt, aber zumindest seine Wolkenkappe.

 

 

Bei den vielen Abzweigen habe ich wohl einen Falschen erwischt und wir landeten in Rimiti. Ein kurzer Ausritt an die Küste zum Capucino trinken und oberhalb von Antillo trafen wir wieder auf die eigentlich geplante Schotterstrecke.

 


'Sizilianischer Wegweiser' auf der Schotterstrecke 

 

Doch auch von dort fand ich nicht den direkten Weg zum GPS Punkt (N37° 58' 36.4" E15° 08' 19.1") an der SS185, wieder irgendwo an einer Abzweigung vertan und wir kamen in Rubino heraus. Zu allem Überfluß wurden wir dort auch noch von der Polizei kontrolliert, wobei ich mit Entsetzten feststellte daß ich mal wieder den TÜV Termin meiner Maschine verpennt hatte.

 

(Mi 30.05)
Der Tag der Abreise kam immer näher und wir machten uns auf zur letzten Moppedtour auf Sizilien. Eine Strecke stach aus der bunt bemarkerten Karte heraus. Es war die SS289 durch den Nebrodi Park. Um nicht soviel Zeit zu verlieren, ich wollte zumindest nochmal in Richtung Ätna, legten wir die Strecke bis Sant' Ágata auf der Autobahn zurück und tauchten ein in die schon bekannte Kühle des Nebrodi Gebirges. Bei Cersaró war der Ätna auch schon schwach zu sehen. Irgendwo an der Straße Richtung Randazzo hatte ich ihn denn endlich voll im Bild. Zwar mit ein paar Wolken, aber egal. So gut hatte ich ihn noch nie gesehen, also Foto frei.

 

 

Etwas östlich außerhalb von Randazzo fand ich auch ein lang gesuchtes, etwas makaberes Motiv. Ein Teil eines zerstörten Hauses, umringt von Lava. Es wurde extra stehen gelassen und für alle ersichtlich mit einem Schild versehen, von wann dieser Lavastrom war.

 

 

Wieder etwas außerhalb von Randazzo, diesmal auf den Serpentinen der SS116 in nördliche Richtung hat man einen sehr guten Blick auf die uralte Stadt mit ihren vielen Kirchen. Man erkennt sehr gut an den schwarzen Lavazungen daß die Stadt 1981 nur sehr knapp ihrer Zerstörung entgangen ist.

 

 

Bei Portella dello Zoppo verliesen wie wieder die SS116 in Richtung Portella Zilla, Portella Ceresa in Richtung Tripi. Plötzlich fühlt man sich nach Irland versetzt; saftige, grüne Wiesen, garniert mit grauem Fels.

 

Das war es also was ich über Sizilien zu berichten habe. Nach einem Bummel- und Einkaufstag, wo wir u.a. unsere Pastavorräte enorm auffüllten, ging es dann am Freitag auf die 2000km lange Heimreise.

 

Mein Fazit von Sizilien: Eine Insel die auf jeden Fall eine Reise wert ist. Leider sind besonders die Campingplätze wohl nur auf einheimischen Tourismus, der sich Hauptsächlich im Juli und August abspielt, eingerichtet. Wer sich also selbst verpflegen möchte, sollte sich nicht auf die Supermärkte am Platz verlassen. Die Sizilianer sind ein sehr freundliches und zurückhaltendes Völkchen. Wir hatten durch unsere Ferienwohnung die Möglichkeit länger in einem kleinen Ort zu bleiben, und als man uns etwas besser kennen gelernt hatte, begegnete man uns mit einer Herzlichkeit wie ich es bisher noch nie in einem Land kennen gelernt hatte. Als Beispiel schenkte uns der Nachbar Orangen, die Leute vom kleinen Supermarkt gegenüber nahmen Ulli bei der Hand und führten sie zu allem was sie gerade einkaufen wollte. Zum Abschied bekamen wir sogar noch ein kleines Abschiedsgeschenk von Ihnen.
Was mir noch sehr negativ in Sizilien aufgefallen ist, ist die Zersiedlung der Dörfer und Städte. Würde man alle angefangenen und nicht mehr im Bau befindlichen Immobilien auf Sizilien abreisen, hätte die Insel nur noch halb soviele Häuser. Der Grund dafür, so wurde mir später erklärt, ist darin zu sehen, das nach dem Kauf eines Bauplatzes man innerhalb relativ kurzer Zeit mit dem Bau beginnen muß, sonst geht der Platz ohne Erstattung irgendwelcher Unkosten wieder an die Gemeinde zurück. Also fängt jeder erst mal an bis das wenige Geld alle ist, und dann geht es auch vielleicht irgendwann mal weiter. Da es auch erst seit kurzer Zeit überhaupt Bebauungspläne gibt, konnte man lange nicht verhindern das die Leute irgendwo bauten, wo sie gerade Land und Lust hatten. Daher beginnt der Ort schon weit vor dem Ortsschild, und endet dementsprechend auch erst lange nach dem Ortsschild.

 

Literatur:
Reiseführer 1: Reise Know How 'Sizilien' ISBN 3-89416-627-4
Reiseführer 2: Abenteuer und Reisen 'Sizilien' ISBN 3-8297-1507-2 29,80 DM
Edition unterwegs Italien Band 2 aus dem Motorbuch Verlag (Zeitschrift Motorrad) ISBN 3-613-01990-6

 

Karten:
Die Genralkarte Sizilien Italien Großblatt 10 ISBN 3-89525-221-2 Maßstab 1:200 000 12,80 DM
Michelinkarte 432 Sicilia ISBN 2-06-700432-8 Schöneres Kartenbild als die Generalkarte, jedoch nur im Maßstab 1:400 000

 

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