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22. Mai - 11. Juni 1999

 

 

 

22. Mai: Das Wetter bei der Abfahrt am Samstag morgen war wohl genauso Urlaubsreif wie Ulli und ich. Bei bedecktem Himmel mit viel zu vielen dunklen Wolken ging es mit leichter Regenbekleidung über Karlsruhe auf die franz. Autobahn nach Basel. Es war zwar recht kühl, jedoch blieben wir von größeren Regenschauern verschont. Kaum waren wir in Basel in Richtung Süden unterwegs, wurden auch schon die ersten Staumeldungen (23km !!) für den Gotthard angezeigt. Bei der nächsten Pause überlegten wir uns dann gleich eine Alternativroute, doch leider waren fast alle in Frage kommenden Pässe gesperrt. Also, mit schlechtem Gewissen rechts auf dem Standstreifen am Stau vorbei. Zum Glück hat uns keiner angehalten, vielleicht hatten sie auch nur Erbarmen mit uns beiden.

 

Endlich im Gotthard ging natürlich gleich die Überlegung los: "Was erwartet uns auf der anderen Seite?" Jeder entgegenkommender Motorradfahrer wurde natürlich genau anvisiert. Hat er Regenklamotten an, oder war er nur ein Weichei, Fußföner, Frühbucher, Kabinenduscher, Sitzpinkler, ...?
Langsam kamen wir dem Ende des Tunnels entgegen, und die Sonne lachte uns mit voller Kraft zu. So muß es sein. Da macht doch das Moped fahren gleich wieder viel mehr Spaß.
Nach etwas Suchen fanden wir dann auch unseren Campingplatz in Menaggio. Er liegt zwar direkt am Comer See, ist aber sehr schmal, und man ist durch einen Drahtzaun vom Strand getrennt. Für eine Nacht O.K.
Zum Abendessen gingen wir in die Innenstadt, jedoch brauchten wir erst einmal ital. Geld. Geldautomaten gab es zwar genug, leider waren sie aber alle defekt. Zum Glück konnten wir dann wenigstens in einem Hotel Bargeld tauschen.

 

23. Mai: Da ich kurz vor der Ankunft am Campingplatz ein Knackgeräusch von der Kette her hörte, mußte ich mich vor der Weiterfahrt erst einmal meinem Moped widmen. Nachdem ich die Kette gespannt und gefettet hatte ging es mit einem immer noch unguten Gefühl in Richtung Genua weiter.
Recht früh waren wir schon an der Anlegestelle der
Moby Linesin Genua. Dort warteten wir dann auf Jürgen und Horst, die sich gestern schon am Gardasee getroffen hatten.
Übers Handy meldete sich dann gegen 19:00 Uhr Jürgen. Sie würden bestimmt noch drei Stunden brauchen, die Fähre sollte aber um 22:00 Uhr ablegen!!
Die Abfahrt sollte sich zwar noch etwas verzögern, da ein Hochseekreuzer aus eigener Kraft nicht aus dem Hafen kam. Als dann Horst und Jürgen endlich gegen 21:00 eintrafen, gab es erst einmal einiges über Jürgens Anreise zu erzählen. Er machte sich am Samstagmorgen so gegen 6:00 Uhr Richtung Gardasee auf den Weg und wollte dann am frühen Nachmittag am Gardasee sein. Doch die Staumeldungen und das Wetter machten ihm einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Die Autobahn nach Garmisch war wegen sintflutartigen Regenfällen geschlossen. So quälte er sich bei strömenden Regen in Begleitung einer riesigen Blechlawine Richtung Österreich. Erst spät am Abend kam er dann am Gardasee an.
Horst hatte sich für die Fahrt nach Genua noch ein paar Abstecher über unbefestigte Wege ausgedacht. Man soll es zwar nicht glauben, doch Schnee machte die eigentlich als Abkürzung gedachte Strecke zum großen Umweg, da sie halt irgendwann gar nicht mehr weiterkamen und umkehren mußten.

 

24. Mai: Um 8:00 Uhr kamen wir pünktlich bei schönstem Wetter in Olbia an. Als erstes Ziel hatten wir uns auf die Cooperativa Enis Monte Maccione in der Nähe von Oliena geeignet. Doch zunächst war erst einmal Frühstück angesagt.
Über San Teodoro, Padru auf die SS  389 über Nuoro nach Oliena. Eigentlich dachte ich an eine zügige Fahrt über die, unseren Bundesstraßen ähnlichen (so nahm ich zumindest an!!), Superstrada. Doch weit gefehlt. Von Kurve zu Kurve vertrauten wir mehr und mehr dem Straßenbelag, der eigentlich überall auf Sardinien super Gripp bietet, und dementsprechend groß war der Fahrspaß. Auch mit Gepäck. Also macht Euch keine Gedanken, auch die Superstrada's sind tolle Straßen, außer der SS131 zw. Oristano und Cagliari.
Die Cooperativa ist ausgeschildert ab Oliena und führt in sehr engen Serpentinen und nicht gerade bestem Straßenbelag auf fast 1200m Höhe. Der Platz zum Campen ist terrassenförmig angelegt und nicht gerade groß, liegt aber immer im Schatten der Bäume. Von der Terrasse hat man eine super Aussicht auf die Umgebung. Das Essen ist gut und wie die Getränke sehr günstig. Also, noch ein kleiner Geheimtip!

 

25. Mai: Die Tour heute führte uns zunächst in Richtung Orgósolo, jedoch gleich am Anfang über Strada bianca (Bezeichnung für die offiziellen Schotterstraßen) die als solche aber nicht in der Karte eingezeichnet war. Ich persönlich finde die Strada biancas die wir auf Sardinien gefahren sind nicht so toll. Sehr festgefahrener Untergrund mit Schottersteinchen in Rollsplittgröße, man hat also weder Gripp beim Fahren noch beim Bremsen. Weiter ging es dann über Mamoida (kurze Stadtrundfahrt, da die Hauptstraße irgendwann einen Foresta di Montarbu180° Knick machte, aber als solche nicht auf den ersten Blick zu erkennen war.) Fonni - Dèsulo - Aritzo - Gadoni - Seúlo - "Foresta di Montarbu" und über die langweilige SS   389 (parallel dazu gibt es aber eine schönere Alternative!!) aus Zeitgründen zurück. Mit Abstand am Besten hat mir die Fahrt durch den Foresta die Montarbu gefallen. Keine Ortschaften auf fast 30km Länge, kleine verwinkelte Straße mit eindrucksvoller Landschaft und zum Abschluß ein See (Lago alto del Flumendosa) der eigentlich zum einsamen Baden einlud. Mehrmals an diesem Tag überquerten wir eine kleine Schmalspurbahn, deren Schienenführung auf der Karte teilweise noch extremer als die Straßenausgabe aussah.

 

26. Mai: Horst, Jürgen und Ich machten uns heute auf die Suche nach einer Strecke zu einem Campingplatz an der Cala Sisine. Auf der Karte war dort zwar ein Weg oder so etwas ähnliches eingezeichnet, laut Reiseführer war der Platz aber nur per Wanderung oder Schiff zu erreichen.
Zunächst ging es über die grandiose SS  125 Richtung Süden. Eine eher alpine Landschaft bot sich uns hier. So spektakulär hatte ich mir Sardinien im Vorfeld nicht vorgestellt. Nach einer Weile fanden wir auch eine Abbiegung nach links der wir bergauf folgten, aber irgendwann vor einem abgesperrten Tor endete. Etwas weiter nördlich vor dem Abzweig war noch ein Weg zur Cala die Luna ausgeschildert. Auf einem schmalen geteerten Weg geht es etwa 6-8km bis zu einem Wendeplatz. Ab dort gab es nur noch schmale, steinige Wanderwege Richtung Küste. Da wir nicht wußten wie lange das so geht, kehrten wir wieder um und versuchten einen dritten Abzweig.

 

 

 

Der begann eigentlich sehr gut, ab und zu sehr grober Schotter, recht anspruchsvoll.

Irgendwann sahen wir dann auch das Meer, doch beim Blick auf das GPS verließ uns etwas der Mut. Wir waren noch auf fast 1000m Höhe, das Wasser war zum Greifen nah, doch der Weg wurde zunehmend schwieriger. Nachdem sich dann auch noch Horst in einer Kurve in die Horizontale begab, kehrten wir ohne einen fahrbaren Weg gefunden zu haben zurück.

 

27. Mai: Wir machten uns heute mit Sack und Pack auf zur Westküste. Ziel war der Campingplatz in Torre Grande unweit von Oristano. Ich hielt mich heute mehr an die 'roten' sprich besser ausgebauten Straßen (Enis - Oliena - Orgósolo - Mamoida - Gavoi - SS   128 - Górgona - Busachi - Orristano - Torre Grande). Doch irgendwie schaffte es die Ausschilderung uns bei Gavoi auf einen unbefestigten Weg zu führen. Das Gepäck drückte zwar etwas aufs Tempo, aber nach etwa 10km waren wir wieder auf Teer. Der Campingplatz in Torre Grande war schnell gefunden und wir wurden dort auch schon sehnsüchtig erwartet. Leider war das Vergnügen ganz und gar nicht auf unserer Seite, denn das Empfangskomitee bestand aus Hunderten von Sandfliegen die uns ganz schön zusetzten.

 

28. Mai: Von den vielen Stichen der Sandfliegen übersät, wollte heute keine so rechte Lust aufs Motorrad auf kommen. Doch uns wurde ein anderes Unterhaltungsprogramm frei Haus geliefert. Zunächst fing alles recht harmlos an, als ein paar Holländer mit Ihren Schlepphütten bei uns vorbei kamen. Doch es wurden immer mehr. Am Schluß waren es bestimmt über zwanzig Gespanne, die direkt an unserem Zelt mit baumtechnisch verengter Wegführung vorbei kamen. Genau diese Fahrbahnverengung machte den doch eigentlich erfahrenen Schlepphüttenbesitzern einige Probleme. Der weibliche Teil des Gespannes mußte immer aussteigen und den männlichen Teil durch die Schikane führen. Einmal war es auch umgekehrt. Da sich das weibliche Geschlecht aber nach erfolgreicher Sonderprüfung nicht zur mitgebrachten Zweitwohnung aufmachte und lieber mit andern 'Leidensgenossinnen' die fachliche Lösung diskutierte, wurde es zunehmend lauter und unterhaltsamer. Nach der kurzen Aufbauphase wurde das Programm am Eingang der Wagenburg postiert, und wie auf Kommando brachen Punkt 16:00 Uhr alle Paare in Einheitsuniform, Frau im Sommerkleidchen, Mann in T-Shirt mit kurzer Hose und Hut, auf um wohl Torre Grande mal so richtig aufzumischen :-))))

 

29. Mai: Das Ziel heute war der Sandstrand der Costa Verde. Jürgen wollte unbedingt mal richtig Sand unter die Stollen kriegen. Doch seine Hoffnungen wurden gedämpft, da laut Reiseführer der Sandstrand als Tierschutzgebiet deklariert wurde. Zunächst ging es über eine extrem langweilige Straße bis 5km nach San Nicolò. Dort führte uns dann die einzige Straße durch den nördlichen Teil der Costa Verde die nun wieder sehr sehenswert ist. Am Besten sollte man sie wohl als Abstecher einer Tour einplanen, wenn man sich entlang der Westküste bewegt. Zur Mittagszeit erreichten wir dann (fast) den Strand, jedoch nur bis zum Parkplatz des Hotels "Les dunes" das scheinbar den abgeschlossenen Eingang zum weiteren Strandverlauf darstellt. Eine große Horde gut betuchter, italienischer Harley Fahrer zeigt schon, daß das Preisniveau des Hotels wohl eher in der gehobenen Kategorie anzusetzen ist, was durch die Inneneinrichtung nur bestätigt wurde. Ein toller Kasten trotz alledem, muß man schon sagen. Auf dem Rückweg vom Hotel muß ich wohl (glücklicherweise :-) eine Abzweigung übersehen haben, denn der Schotterweg führte uns anstatt zur Straße weiter über unbefestigte Wege in die Berge nach Ingortosu. Ein Tip für alle die sich gerne abseits der normalen Wege aufhalten. Auf unserer Karte war der erste Teil des Weges nicht eingezeichnet, doch als wir entlang der vielen verlassenen Bergwerke nach Ingortosu kamen wußten wir, diese Abkürzung hatte sich gelohnt. Über Montevecchio - Gúspini - San Nicolò - Mogongiori - Villaurbana und Simaxis ging es dann wieder zurück zum Campingplatz.

 

30. Mai: Da wir uns ja noch mit einem Haufen Twin Valle de LunaFahrer aus Essen und Umgebung, die aus Korsika kamen, treffen wollten, ging es heute wieder Richtung Norden um erst einmal einen Campingplatz für uns neun zu finden. Die Strecke führte uns über die SS 131 nach Bórore, dann über Pattada nach Oschiri (die schönere Variante über Búrgos und Bultei nach Ozieri habe ich irgendwie verpaßt !) und Tempio ins Valle de Luna, weiter über Trinita nach Badesi, dessen Campingplatz aber noch geschlossen war. Der nächste in der Reihe war 'La foce' in Valledoria, nicht der günstigste, aber mit allem ausgerüstet was man so braucht.

 



31. Mai: Am Nachmittag wollten wir Karin, Claudia, Werner, Frank und Mike in Santa Teresa abholen. Auf dem Weg dorthin lagen laut Hafen von Santa TeresaKarte noch ein paar Strada biancas die wir auf jeden Fall mitnehmen wollten. Von Valledoria - Santa Maria Coghinas - Viddalba - Badesi - Trinita - Valle della Luna links ab über einen Fahrweg nach Aglientu - Luogosanto - Strada bianca von Camporotondo bis Porto Pozzo (nur tw. Schotter) nach Santa Teresa.
Nachdem jeder Geld und Benzin hatte, ging es dann über die Küstenstraße zurück zum Campingplatz. Am Abend folgte nach einem guten Essen im Campingplatz Restaurant das obligatorische gemütliche Beisammensein.

 



 

 

 

 

 

 

 

01. Juni: Wasch- und Badetag zur Erholung.

 

02. Juni J.R. und ich wollten uns heute mal wieder auf die Suche nach ein paar Schotterwegen machen. Über Témpio und der SS 392 ging es über Strada bianca nach Berchidda. Auf dem Col La Variante fuhren wir links über Schotter durch den Wald und kamen dann ungeplant kurz unterhalb des Gipfels des Monte Limbara raus, eine schöne Strecke. Hoffentlich find ich die nochmal. Auf dem Gipfel jedoch hat man aber eher den Eindruck man wäre auf einer Mondbasis. 

 

 

03. Juni: Heute verabschiedete sich der Großteil unserer Truppe. Claudia, Frank, Mike, Horst und Jürgen machten sich auf den Heimweg. Karin, Ulli, Werner und ich hatten noch eine Woche und wir wollten zunächst einmal für ein paar Tage an die Costa Rei. Karin und Werner fuhren über die Autobahn ähnliche SS 131 über Cagliari zum Campingplatz Porto Pirastu kurz vor dem Capo Ferrato. Wir machten zunächst noch einen Halt am L'elefante, dann über Sassari (drin ist man ja schnell, nur dort raus zukommen wo man hin will gestaltet sich etwas schwieriger) - Abbasanto - Busachi - SS 388 - SS 128 (Senorbi) - Sant Andrea Frius - San Nicolò Gerrei- Villasalto - San Vito - Muravera - San Priamo - Capo Ferrato. Ab Busachi eine tolle Strecke und was meinte Horst über die Straßen von Sardinien: "Wie in der Zentrifuge!"

 

 

 

04. Juni: Badetag

 


Strand an der Costa Rei, direkt hinter dem Campinplatz

 


Costa Carbonara05. Juni: Laut Ulli soll die Straße von Cagliari nach Villasimius einer der schönsten Küstenstraßen überhaupt sein. Nach jeder Kurve soll das Wasser eine andere Farbe haben. Dies gab uns dann auch den Anreiz über die SS 125 nach San Gaetano - Flumini und dann über die Küstenstraße nach Villasimius (Villa issimus klingt doch viel besser, stimmt's Werner) zu fahren. Ein kleiner Abstecher an die Capo Corbonara (richtig, auch ich bekam dort Hunger) und wieder zurück zum Campingplatz. Da es leider sehr diesig war, war die Farbenpracht des Wassers etwas gedämpft. Außerdem sollte man diese Strecke wohl besser unter der Woche fahren und nicht wie wir an einem Samstag, wenn es alle Cagliaren aus der Hauptstadt hinaus treibt.

 

Capo Ferato06. Juni: Wir fuhren heute die Strecke über San Vito bis San Nicolò Gerrei die wir auf dem Hinweg zur Costa Rei genommen hatten. Doch bergauf und ohne Gepäck macht das natürlich viel mehr Spaß. Zurück ging es dann über Ballao zum Capo Ferrato (auch hier wieder ein Schotterabzweig die Küste entlang !!) und dann zum Campingplatz. Parallel zur recht neuen 387 zw. Balao und San Vito sind noch teilweise die alten Straßen und Wege zu sehen. Da muß ich doch beim nächsten Mal schauen, ob sich daraus nicht eine schöne Alternativroute zusammen stellen läßt :-))

 

 

 

 

 

Strand hinter dem Campingplatz Cala d'Ambra07. Juni: Auch wir traten heute unsere Heimreise in Etappen an. Über die SS 125 fuhren wir immer in der Nähe der Küste bis nach San Teodoro, südlich von Olbia. Dort verabschiedeten wir uns von Werner und Karin die noch ein paar Tage an der Costa Smeralda verbringen wollten. Wir fuhren zum Campingplatz Cala d'Ambra, der im Gegensatz zum CP La Cinta fast völlig leer war. Wir mieteten uns dort einen Bungalow für drei Nächte. Kostenpunkt 200K Lire.

 

 

 

08. Juni: Heute war mal wieder relaxen angesagt, und damit ich bis zu Hause nicht alles vergessen habe mußte ich mir erst mal ein paar Notizen über den Sardinienurlaub machen.

 

09. Juni: Laut Reiseführer wollten wir heute noch eine einfache Schotterstrecke entlang des Monte Albo fahren (San Teodoro - Siniscola - Sant Anna). Eine sehr schöne Strecke, weit und breit fast kein Mensch zu sehen, aber eben nur fast. Die meisten die wir trafen waren Bauarbeiter, denn die Strecke ist mittlerweile durchgehend geteert. Schade. Über Lula - Bitti - Buddusò - nach Ala dei Sardi. Nach etwa 2,5 km geht eine kleine Straße rechts ab, wieder eine sehr einsame Strecke Richtung Ostküste.

 

10. Juni: Nachdem unsere Sachen wieder auf den Moped's verstaut waren, machten wir uns auf um noch ein paar 'Sehenswürdigkeiten' auf Sardinien zu 'erfahren'. Erstes Ziel war die Costa Smeralda, und weiter über Porto Piccolo nach Arzachena und Palau zum Capo Testa bei Santa Teresa. Besonderst begeistert war ich von keinem der Beiden. Ob es nun daran lag daß es Mittags stark bewölkt und vereinzelt regnete, es nun wirklich der letzte Tag eines schönen Urlaubes war, oder ich einfach Nichts mit touristisch überladenen Orten anfangen kann sei dahin gestellt. Um 22:00 war es dann soweit, Abfahrt in Olbia. Aber ich bin sicher daß ich es auf jeden Fall bald wieder sehen werde.

 

Arrivederci, auf jeden Fall !!

 

11. Juni: Pünktlich um 8:00 Uhr kamen wir in Livorno an und setzten uns auch gleich auf die Autobahn. War es morgens noch das schönste Wetter, wurden die Wolken Richtung Norden immer dunkler. Da die Enduro Klamotten ja überhaupt nicht wasserdicht sind, hielten wir rechtzeitig unter einer Brücke an um die Regenklamotten über zu ziehen. Keine Sekunde zu spät, denn als wir wieder aus dem Schutz der Brücke los fuhren fing es auch schon leicht an zu regnen. Ich entschloß mich nicht wie auf dem Hinweg über Parma nach Mailand zu fahren, sondern über Genua. Auf dieser Autobahn kommt ein Tunnel nach dem anderen, und siehe da, auch das Wetter wurde nach jedem Tunnel etwas besser. Es ging sehr zügig voran und nach dem Gotthard wollten wir entscheiden ob wir durchfahren (910 km), oder noch eine Nacht in der Schweiz verbringen sollten. Das Wetter spielte mit, sprich der große Regen blieb aus, und am frühen Nachmittag waren wir wieder auf deutschem Boden und gegen 17:00 Uhr wieder in Schriesheim.

 

Nun erst einmal ein Kamillenbad für meinen Hintern, ich hatte nämlich meine Corbin Sitzbank zu Hause gelassen und anstelle meine abgepolsterte Originalsitzbank mitgenommen. Ein Fehler der mir auch nicht wieder bei solch langen Touren vorkommt. Auch die Kette hat es überlebt, Ursache war das Kettenschloß. Dort war überhaupt kein Fett mehr in den Gliedern, und deshalb dieses knackende Geräusch. Ich wußte schon warum ich mir nie wieder eine offenen Kette kaufen wollte, doch damals (Juni '98) habe ich auf die Schnelle keine andere bekommen. Was gibt es sonst noch zu sagen? Eine tolle Insel ohne großen Touristenrummel (abgesehen von der Costa Smeralda) mit tollen Straßen und wunderschönen und eindrucksvollen Landschaften. Die Westküste um Oristano ist außer der Costa Verde eher uninteressant. Am Besten gefiel es mir im Südosten. Das Wetter war Klasse und das Preisniveau im Gegensatz zu Korsika um einiges günstiger (so wurde mir gesagt). Außerdem werden auf Sardinien nicht so viele Motorräder geklaut !! Ich werde auf jeden Fall wieder nach Sardinien fahren um den Rest der Insel zu entdecken und mit einer gescheiten Kette ein paar schöne Schotterstrecken zu suchen. Vielleicht kannst Du mir ja ein paar Tips geben? Was ich auch noch rausbekommen möchte ist, von der Straße aus sind sehr viele Schotterwege zu sehen, doch oftmals verhindert ein Tor die Durchfahrt. Heißt das nun für mich Privatgelände, Durchfahrt verboten, oder sind sie nur dafür da um die Tierherden zusammen zu halten? Wäre toll, wenn mir da jemand weiter helfen könnte, Email genügt.

 

Moby Lines: Ich hatte die Tickets in Frankfurt bei Seetours (Livorno <=> Olbia) unter Tel.: 069/1333-0  Fax: 069/1333-218 zum Preis von 221,50 pro Person + Motorrad bei gleichzeitiger Buchung der Hin- und Rückfahrt geordert. Kostenaufschlüsselung: Hin: 56,- Person, Nachtfahrt, Motorrad 73,- Zurück: 56,- Person, Nachtfahrt, 36,50 Motorrad. Fahrplan gibt's hier.

 

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