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(17.05.-01.06.2002)

 

1) Samstag, 18.05.2002

 

Es ist noch sehr früh, als wir den Hafen von Genua erreichen. Da wir aber noch keine Fährtickets haben, bin ich lieber ein paar Stunden früher dran, als die entscheidenden Minuten zu spät. Nach einer kleinen Suchfahrt haben wir schließlich die Anlegestelle von Tirrenia erreicht (GPS N44 24 42.0 E8 54 43.3), hier gibt es aber keine Tickets. Ein Hafenarbeiter hilft uns zwar weiter, antwortet aber nur kurz und bündig mit "Coop". "Coop?" denke ich mir, "das ist doch ein Supermarkt!". Stimmt, aber dort (GPS N44 24 41.3 E8 54 36.0) gibt es u.a. die Fährtickets für Tirrenia und Grandi Navi Veloci. Ulli entscheidet sich für die günstigere Tirrenia. Kosten für die einfache Überfahrt für eine Person, ein Motorrad im Pullmann Sitz 2.Klasse (!) knapp 70 €. Rabatte für das gleichzeitige Buchen der Hin- und Rückfahrt gibt es nicht. Auch alle Kabinen sind für heute und auch bereits für unseren geplanten Rückreisetermin ausgebucht.

 

Direkt gegenüber unserer Ablegestelle fährt gerade die Karthogo aus Tunesien ein. Ich beobachte ein wenig die Ausfahrt der Enduros, Jeeps und Wüsten LKW's. Lust hätte ich ja schon mal wieder nach Tunesien zu fahren, aber mein Magen ist da ganz anderer Meinung. Es geht nun an das Beladen der Fähre, doch was meine ich da zu sehen? Ich hole schnell mein kleines Fernglas und tatsächlich. Ein Ferrari nach dem anderen rollt in den Rumpf der Fähre, bestimmt so 30 Stück. Nun kommen die Motorräder, aber keine hochbeinigen Enduros, nein, Goldwings. Und wieder ist es eine ganze Meute, auch ein paar dicke Harleys sind dabei. Was wollen die bloß in Afrika? Bestimmt feiert der König eine dicke Fete und hat sich ein paar gutbetuchte Gäste eingeladen.

 

Endlich sind wir nun an der Reihe und können gleich als Erste in die ‚Janas' einfahren. Das Handgebäck haben wir schon vorbereitet, nur einen Pullover habe ich vergessen. Ein großer Fehler, da die Klimaanlage auf dem Schiff die ganze Zeit auf vollen Touren läuft.
Die Fähre sieht von außen, wie auch nun von innen, aus wie neu. Alles ist in einwandfreiem Zustand und recht pompös. Mit Erzählungen anderer, welche die Terrenia früher schon kennen gelernt haben, hat dieses Schiff wirklich Nichts mehr zu tun. Nun erklärt sich auch der um einiges höhere Fährpreis.

 

Es ist Zeit für das Abendessen, und wir haben auch schon einen Bärenhunger. So stellen wir uns an der elend langen Schlange an und Schritt für Schritt erreichen wir die Selbstbedienungstheke. Nun sollte es doch eigentlich schneller gehen. Denkste! Nur eine Kasse ist geöffnet und die Schlange davor genauso so lang wie die, die wir gerade hinter uns haben. Langsam wird das Essen kalt, und wir fangen lieber schon mal im Stehen an zu futtern. Das Gemaule ist zwar recht groß, dass jedoch juckt keinen vom Personal. Die zweite Kasse bleibt unbesetzt. So ereichen nur noch lauwarme Teile unseres Essen den Tisch.

 

Wir schlendern noch etwas über die Decks, viel gibt es allerdings nicht zu sehen. Der Himmel zieht sich zu, und es regnet bereits als wir auf unseren Pullmann Sitzen ankommen. Ziemlich müde rollen wir unsere Schlafsäcke aus und freuen uns auf den nächsten Morgen, auf Sardinen!

 

2) Sonntag, 19.05.2002, Pfingsten (107km)

 

Punkt 7:00 Uhr "betreten" wir Sardinien in Porto Tórres. Der Himmel hält sich sehr bedeckt, bei ca. 18°C. Es ist noch zu früh um direkt zum CP zu fahren, obwohl wir von der ganzen Anreise doch recht geschafft sind. Zunächst folgen wir der SS 200 entlang der Küste. Die Strecke ist sehr schön und natürlich um diese Uhrzeit menschenleer. Nach dem ersten Tankstopp (Super bleifrei zw. 1.05 und 1.08€) ist dann aber endlich der erste Capuccino fällig. Eine kleine Bar hat bereits geöffnet und ich bestelle mir gleich zwei und natürlich ein ‚süßes Teil' dazu.
Auf die gleiche Idee wie wir kamen auch noch andere Mopedfahrer, die mit uns auf der Fähre waren. Ulli erkennt auf einem der T-Shirts "Motorradfreunde Kirn" und nachdem der Kopf vom Helm befreit ist alte Bekannte. Tja, so groß ist die Welt.
Über Tergu erreichen wir die SS 127 nach Mártis. Sehr endurofreundliche Straßenbauer haben auf einem Teilstück den Teerbelag weggefräst und eine kurze Schotterstrecke zurückgelassen.
Ziel für heute ist der, uns aus dem letzten Sardinienurlaub bekannte, CP "La Foce" in "Valledória". Begrüßt werden von einer deutschen Mitarbeiterin, die uns gleich mit Infomaterial versorgt, u.a. eine CP Karte der Faita Sardegna, ein Zusammenschluß von ca. 50 sardischen CP's. Wichtig war für uns zu wissen ab wann die CP's geöffnet sind, und eine grobe Vorstellung zu bekommen, wie der CP ausgerüstet ist.
Nachdem dann das Zelt stand, war dann erst einmal "ankommen" und eine kurze Schlafperiode angesagt.
Die Sonne weckte uns und nach einer erfrischenden Dusche unternehmen wir einen kurzen Spaziergang über den doch sehr weitläufigen Platz.
Der CP liegt direkt an einer Lagune, jedoch gehört zum kostenlosen Service des Platzes ein stündlicher Transport zum Meeresstrand und wieder zurück.

 

Das Restaurant ist zum Glück offen und wir recht erstaunt, als man uns nach einer Reservierung frage. Natürlich haben wir keine und müssen einige Zeit warten, bis wir einen Tisch bekommen. Das Essen ist gut, und das Phänomen, das Sonntags die CP Restaurants immer voll zu sein scheinen, mussten wir den kommenden Sonntag erneut erleben. Der Grund ist wohl recht einfach. Die Supermärkte haben zu und die versammelte Camperfraktion leistet sich den "Luxus" mal bekocht zu werden.

 

3) Montag, 20.05.2002, Pfingsten (270km)

 

Der erste Tourtag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Unser erstes Ziel für heute ist der Monte Tinnari. Wir folgen der Küstenstraße Richtung Norden bis zum Abzweig (GPS N41 00 33.3 E8 54 47.7). Nach einer sehr staubige, aber breiten Strada Bianca ist der Aussichtspunkt sogar ausgeschildert. Es geht steil bergauf, jedoch sind die engen Kehren, mehr schlecht als recht, geteert.

 


Ausblick vom Monte Tinnari

 


Der fantastische Ausblick entschädigt allemal für die kurze Mühe. Noch dazu ist der Aufstieg von oben als Einbahnstraße ausgeschildert (!!!) und wir nehmen einen kleinen Umweg, der uns aber wieder auf die Strada Bianca und auf die Teerstraße zurück führt.

 

Es geht etwa 2km zurück und dann Richtung Trinita D'Agulto. Danach gleich wieder rechts nach Badesi und Viddalba. Eine kleine, aber feine Strecke, von der man immer wieder einen tollen Blick auf das Meer hat.
Das Valle della Luna ist unser nächstes Ziel. Von einem Parkplatz aus hat man einen tollen Blick auf diese Hochebene und versteht auch sofort warum es Tal des Mondes heißt.

 


Das Valle della Luna

 

Über Agius erreichen wir Tempio und folgen der SS 127 bis nach Calangianus. Eine Schleife über die SP 38 und SS 127 bringt uns durch das Gebiet des Monti Ultana wieder zurück nach Calangianus. Zwar ist die Strecke landschaftlich recht schön, aber fahrerisch nicht allzu prickelnd.
Von Calangianus aus fahren wir ca. 3-4 km zurück Richtung Tempio. Eine Abkürzung durch ein Industriegebiet soll uns auf die SS 392 bringen. Zu Anfang eine mächtig breite Straße an der sich doch tatsächlich etwas Industrie angesiedelt hat. Plötzlich ein Bahnübergang und die überbreite Straße wird zu einem schmalen Weg.
So etwas findet man schon öfter auf Sardinien. In einem Anfall von Größenwahn wurden sinnlos Gelder in solche Projekte gesteckt um mit aller Gewalt die Industrie und somit Arbeitsplätze auf die Insel zu ziehen. Mit recht mäßigem Erfolg!
Das nächste Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, ist der Monte Limbara. Man windet sich auf einem schmalen Asphaltband, über einer kurvenreiche Strecke auf ca. 1350m Höhe. Der Ausblick jedoch ist wohl sehr umstritten. Fast 20 Masten für Militär, Fernsehen, Radio und Telekommunikation befinden sich auf dem Gipfel. Zusätzlich gibt es noch mehrere riesige Radaranlagen, die man aber wenigstens grün angestrichen hat ;-)

 

Wieder zurück auf der SS 392 folgen wir ihrem absolut genialen Verlauf, ein Genuß für jeden Motorradfahrer, bis zum Abzweig zum Lago Del Coghinas, ein Stausee. Leider eine Sackgasse, zumindest teertechnisch, aber bestimmt ein schöner Punkt für ein kleines Picknick. Nur dumm wenn man eben Nichts dabei hat.
Nach ca. 2-3km geht rechts ein kleiner Teerweg ab, der bestimmt nicht von Wohnmobilen und erst recht nicht von LKW's befahren wird. Warum? Darum:

 

 

Über Tula, wieder vorbei am Lago Del Coghinas (diesmal auf der Westseite) geht es dann schnellen Fußes über Érula, Pérfugas lassen wir links liegen, über Santa Maria Coghinas wieder zurück zum CP. Bis auf die größere Schleife bei Calangianus, eine supertolle Strecke und mit den vielen Abstechern sehr interessant.

 

4) Dienstag, 21.05.2002 (223km)

 

Die Tour heute führt zunächst wieder über die Küstenstraße nach Norden. Im Porto di Vignola machen wir schon ein Pause, und genießen die Postkartenansicht des tiefblauen Meeres mit seinem weißen Sandstrand. Weiter geht es Richtung Norden, dann rechts ab Richtung Aglientu. Aglientu kann man auf zwei Wegen erreichen, entweder auf der normalen Straße, oder über die Panoramastrecke, die auch ausgeschildert ist. Natürlich nehmen wir Letztere! Am Ortsausgang geht es dann links ab Richtung Rona Maiore. Ein kleines Sträßchen, dass dann irgendwann in Schotter übergeht. Wir folgen der gelben Strecke bis zur Kreuzung und nehmen den rechten Abzweig, immer noch auf Strada bianca. Nach einem Werk, wo sardischer Marmor abgebaut wird, ist die Strecke dann wieder geteert. Wir überqueren die SS133 Richtung Arzachena. Ziel ist die Nekropole von Li Muri und das Tomba di giganti (Riesengrab) von Li Lolghi. Mittlerweile gibt es wohl eine geteerte Zufahrt nach Li Lolghi, ein gutes Stück vor Arzachena. Den Abzweig habe ich aber nicht gesucht, da ich der Beschilderung gefolgt bin. Endlich am beschilderten Abzweig angekommen, geht es über eine einfache Staubpiste bis zum Abzweig Li Muri. Wie ist die Anfahrt zu dieser Ausgrabungsstätte beschrieben: "Für Autos schwer befahrbar." O.K., dann sollte es für uns ja kein Problem sein. Bis auf ein kurzes, ausgewaschenes Bergaufstück ist es auch kein Thema. Ulli ist aber nicht ganz meiner Meinung, da gerade in dem Moment als sie diese Passage fahren muß, eine etwas größere Familie ihr den Weg mächtig verengt!!! Tja, dass werde ich wohl ab jetzt als ‚Offroad' Kultur in Erinnerung behalten.

 


'Offroad-Kultur' Li Matri

 

Eigentlich wird Eintritt für die beiden Ausgrabungsstätten verlangt, nur ist niemand in der Nähe. Das Gatter bei Li Muri ist eh schon offen, und die ein Meter hohe Mauer bei Li Lolghi stellt auch kein größeres Problem dar. So ist das eben in Italien, wenn Siesta ist, dann müssen (eigentlich) die Touris draußen bleiben.
Wieder auf der Straße zurück von der wir gekommen sind, ist das nächste Ziel der Lago di Liscia. Auf der Karte ist eine Verbindung nordwärts um den See eingezeichnet, die aber nach ein paar Kilometern jäh an einem geschlossenen Tor der staatlichen Wassergesellschaft endet. Also wieder zurück, und über Lúras erreichen wir die SS133. Weiter über die sehr schöne und schmale Verbindungsstraße zwischen Cantoniera Scupetu und San Pietro di Ruda, wollen wir uns zum Abschluß der Tour noch ein großes Gelato können. Es ist den ganzen Tag schon sehr warm, und nach einem kurzen Abstecher zum ortsansässigen ‚Torre' machen wir uns auf die Suche nach einer Gelateria. Wie gesagt, der Ort ist touristisch sehr gut erschlossen, doch da keine Touris da sind haben auch wenige Geschäfte und Läden geöffnet. Die Bar die wir finden hat zwar Eis, doch nur aus der Tüte und nicht frisch gemacht. "Besser als Nichts!" denken wir uns, schlotzen unser Eis und fahren zurück zum CP.

 

5) Mittwoch, 22.05.2002 (257km)

 

Drei Nächte auf diesem CP sind genug, und wir machen uns auf Richtung Süden. Klar, das wir am l'Elefante vorbei fahren. Peinlicherweise im wahrsten Sinne des Wortes. Dank GPS J merke ich es aber recht schnell, und über die SS134 und 127 geht es weiter Richtung Westküste, nur irgendwie um Sassari herum.
Nicht immer sind die Straßen topp, auch so können sie durchaus mal aussehen: Bild 108-0835.
Bei Alghero erreichen wir über die SS292 die Küste, und auch hier hätte ich wohl besser meinem GPS mehr vertraut als der sardischen Beschilderung. Wir wollen auf die vielbeschriebene Küstenstraße nach Bosa und werden durch ganz Alghero geführt, bis zum Hafen. Es wäre wohl klüger gewesen sich gleich am Eingang der Stadt Richtung Westen zu halten.
Schließlich können wir dem Gewimmel entfliehen und sind auf der 47km langen Panoramastraße nach Bosa. Eine schöne Strecke, jedoch habe ich mir rein fahrerisch etwas mehr erwartet.
Der Blick sollte auf dieser Strecke nicht immer nur zum Meer hin gehen, auch die Berge zur Linken können mit interessanten Formationen aufwarten.
Bei Bosa Marina machen wir noch eine kleine Pause am fast menschenleeren Strand, bevor es über die SS292 weiter Richtung Süden gehen soll. Kaum sind wir auf besagter Straße, gilt es in sekundenschnelle das Motorrad abzustellen, den Helm vom Kopf zu reißen und den Foto aus der Hecktasche zu ziehen, um ein recht seltenes Motiv zu dieser Jahreszeit vor die Linse zu bekommen: Die Schmalspurbahn. Oft kreuzt man die oft abenteuerliche und kurvenreiche Gleisstrecke, doch nie bekommt man sie vor Gesicht. Doch nun habe ich es geschafft, sie ist im (digitalen) Kasten. Vielleicht werden wir es ja auch einmal schaffen einen Ausflug mit ihr zu unternehmen.

 


Schnappschuß bei Tresnuraghes

 

Kurze Zeit später erreichen wir unser Ziel für Heute, den CP Nurapolis. Gleich drei CP's konkurrieren in Is Arenas um die wenigen Gäste, doch wir wollen uns unbedingt Nurapolis anschauen. Er wird von der Cooperativa Sinis betrieben, ähnlich wie die Cooperartiva Enis bei Oliena. Da ich deren Grundgedanken einfach gut finde, möchte ich zumindest meinen Teil dazu beitragen sie zu unterstützen. Infos zu den verschiedenen Cooperativen findet man im guten Reiseführer.
Es ist noch recht früh, und wir unternehmen noch einen kleinen Spaziergang zum Strand. Im Prinzip könnte es einer der schöneren Art sein, doch sehr viel Müll und der recht penetrante Fischgeruch laden nicht gerade zum längeren Verweilen ein. Ich rätsele bis heute warum es dort so stinkt. Meine Vermutung, Abfälle eines Fischkutters wurden wohl an den Strand gespült. Ob dies nun aber eine Ausnahme oder eher die Regel ist, kann ich noch nicht beurteilen. Im Reiseführer war zumindest Nichts dergleichen zu lesen.
Auf der kleinen Terrasse des CP Restaurants jedoch werden wir für die Geruchsentgleisung mehr als entschädigt.
Nur eine Nacht werden wir hier verbringen. Beim nächsten mal bestimmt ein, zwei Nächte mehr.

 

6) Donnerstag, 23.05.2002 (330km)

 

Nach dem obligatorischen Capuccino soll es nun heute an die Costa del Sud gehen, den Flecken der Insel den ich noch nicht kenne. Auf dem Weg vor uns liegen einige Sehenswürdigkeiten, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen. Das erste Ziel ist San Salvatore, ein Geisterort, der aber schon öfter als Filmkulisse diente.
Um auch meinem Ruf als Kulturbanause entgegen zu wirken, folgt einige Kilometer weiter die Ausgrabungsstätte Tharros. Am offiziellen Parkplatz stellen wir die Motorräder ab, und marschieren fast einen Kilometer bis zum eigentlichen Eingang. Auch dort hätten wir ohne Probleme die Moppeds abstellen können. 4 € kostet der Eintritt, recht viel wie ich meine. Ein guten Überblick hat man aber auch vom (kostenlosen) Torre, direkt oberhalb der Ausgrabungsstätte.
Weiter geht es über Torre Grande und Solarussa nach Simaxis. Eine wenig berauschende Strecke, quert sie doch die flache Campidano Ebene, die zwischen Oristano und Cagliari gelegen ist.
Erst bei Villaurbana wird es wieder interessant und wir steuern den CP Sennisceddu, nordwestlich von Pau, an. Nicht um dort zu übernachten, aber um zu überprüfen ob der CP, wie im Reiseführer beschrieben, noch immer geschlossen ist. Er ist einer der wenigen CP's im Inland und wird auch von einer Cooperative betrieben. Da ist er noch, aber leider noch immer geschlossen. Scheinbar konnten sich die Gemeinde und die CP Betreiber immer noch nicht einig werden.
Über Sinis und Mógoro geht es für ein paar Kilometer auf die vierspurig ausgebaute SS131. Warum? Ganz einfach, der Tank ist leer und laut GPS finden wir auf der langweiligsten Strecke Sardiniens eine Tankstelle. Stimmt! Vollgetankt und frisch gestärkt fahren wir weiter nach Gúspini und queren wieder die Campidano Ebene. Die SS126 nach Iglésias entschädigt aber für den bisher recht eintönigen Streckenverlauf.
Kurz vor Iglésias biegen wir ab nach San Benedetto, zum geplanten Höhepunkt des Tages: Die Durchfahrung der Grotta di San Giovanni. San Benedetto ist schnell erreicht, doch dann hört der Teerbelag auf und es geht auf einer unbefestigten Strecke weiter. Nicht ganz einfach mit dem ganzen Gepäck, und nach einigen hundert Metren entschließen wir die Grotte lieber von der anderen Seite aus anzufahren. Nicht nur wegen des schlechten Weges, auch wegen der Strecke die wir noch vor uns haben, die Besichtigung von Tharros hatte doch zuviel Zeit gekostet. So erreichen wir wenig später über Domusnóvas den Südeingang der Grotte und stellen mit Enttäuschung fest das die Durchfahrt mittlerweile verboten ist. (Mit dem Fahrrad kommt man aber wohl noch an der Absperrung vorbei). Lange kann die Sperrung noch nicht bestehen, und ich bedaure im Nachhinein sehr, dass wir beim letzten Sardinen Besuch diese Strecke nicht gefahren sind. Nichts desto trotz mache ich mich zu Fuß auf den Weg durch die Grotte. Ich dachte sie wäre nur wenige Meter lang, aber so ca. 700m hat sie bestimmt.

 


Die Grotta di San Giovanni. Bis vor ein zwei Jahren war sie noch für den Straßenverkehr freigegeben!

 

Auf der anderen Seite angelangt, möchte ich doch zumindest sehen ob es eventuell eine Umfahrung gibt. Jedoch kann ich keine erkennen. Zum Glück sind wir also vorhin umgedreht, sonst hätte es uns passieren können, dass wir nach der Schotterstrecke von Norden her, hier vor verschlossenen Schranken gestanden hätten.
Nun wird es aber wirklich Zeit uns weiter auf den Weg zu machen. Auf dem schnellsten und kürzesten Weg geht es Richtung Cágliari und über die SS195 zum CP Fumendosa. Es ist schon recht spät und wir schieben ordentlich Kohldampf. In der Beschreibung des CP heißt es, es gäbe ein Restaurant. Gibt es wohl auch, hat aber zur Zeit noch geschlossen. Auf die Frage wo denn hier in der Nähe eines sein soll, zum benachbarten *****-Hotel zog es uns nun wirklich nicht, bekamen wir netterweise eine kleine Wegbeschreibung. Nachdem also das Zelt stand, fuhren wir lieber mit den Moppeds los, da wir nicht gefragt hatten wie weit es denn bis zum empfohlenen Restaurant ist. Eine weise Entscheidung. Nach ca. 3km stehen wir vor dem beschriebenen Restaurant, heute jedoch geschlossen! Also fahren wir weiter nach Pula und nach einigem hin und her und einer Irrfahrt durch den Ort, entscheiden wir uns für das Restaurant Acropoli. Eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Es liegt gleich am Ortseingang, von Süden kommend, auf der linken Seite.

 

7) Freitag, 24.05.2002 (155km)

 

War es die letzten beiden Tage nicht ganz so schön, in dieser Nacht hatte es auch leicht geregnet, strahlte uns die Sonne heute wieder vom (fast) wolkenlosen Himmel entgegen.
Zumindest hatte die CP Bar am morgen auf, und so kommen wir nach einigem Warten zum besten und billigsten Capuccino (0,8€) dieser Reise.
Unsere erste Station heute ist der wohl südlichste und befahrbare Punkt der Insel, die Baia Chia, unweit des Capo Spartivento. Ein herrlicher Sandstrand lädt zu einer kleinen Pause ein. Der sehr starke Wind jedoch weht uns ganz schön mit Sand zu. Weiter geht es über die wunderbare Strecke an der Costa del Sud entlang. Immer noch ist es sehr windig, das macht uns ganz schön zu schaffen, dafür werden wir mit traumhaften Ausblicken reichlich entschädigt.
In einer Kurve, ich kann man einen Augen nicht trauen, liegt direkt am Strand eine Kuhherde. 

 


Tja, das ist der Unterschied. Bei uns stehen die Kühe auf der Wiese, auf Sardinien liegen sie am Strand!

 

Wir verlassen die Costa del Sud Richtung Teulada und biegen links ab nach Santadi. Der Wind lässt im Hinterland zwar etwas nach, ist aber in Böen noch immer ganz schön heftig. Nach einer kurzen Irrfahrt in Santadi finde ich endlich die richtige Straße Richtung Capoterra. Nach ca. 9km endet der Teerbelag und über eine breite, gut gepflegte Strada Bianca geht es weiter.

 


Schotterstrecke zwischen Santadi und Capoterra

 

Kurz bevor der Teerbelag wieder anfängt wird der Zustand der Piste aber um einiges schlechter. "Habe ich mich verfahren?" denke ich mir, vertraue aber dem GPS dass uns schließlich sicher auf die Straße zurück führt. Schnell sind wir wieder an der Küste, und kehren zum CP zurück. Nach der lauwarmen Dusche (trotz Duschmarken!) gehen, bzw. fahren wir zum Essen in das gleiche Restaurant wie gestern.
Von diesem CP bin ich im Vergleich zu den anderen Plätzen etwas enttäuscht. Es war der einzige Platz bei dem man Duschmarken braucht, noch dazu hatte weder das Restaurant noch ein kleiner Supermarkt offen. Da er zudem noch abseits eines Ortes liegt, ist man ohne Verkehrsmittel ganz schön angeschmiert.

 

8) Samstag, 25.05.2002 (237km)

 

An der Ostküste entlang und mitten durch Cágliari hindurch, was aber überhaupt kein Problem war, geht es entlang der tollen Küstenstraße nach Villasimius, und immer noch dem Küstenverlauf folgend zur Costa Rei und Richtung Capo Ferrato. Wie ist dieser unbefestigte Streckenabschnitt Richtung Norden im Reiseführer beschrieben: "... ist sehr schlecht und eigentlich nur geländetauglichen Fahrzeugen zu empfehlen." Die Geländetauglichkeit gestehe ich unseren Motorrädern durchaus zu, jedoch ist es wohl nicht jede Fahrerin ;-). So kehren wir wieder um und erreichen die SS125, der wir Richtung Norden folgen. Sie ist sehr gut ausgebaut, und fahrerisch keine wirkliche Offenbarung. Natürlich gibt es Alternativen, die wollten wir uns aber für eine Tagestour ohne Gepäck aufheben.
In Bari angekommen machen wir uns auf die Suche nach dem angeblich schönsten CP der Insel: Domus de Janas. Wir finden in auch, jedoch stehen wir vor geschlossenen Toren. Man kann die CP Beschreibung aus dem Reiseführer durchaus noch nachvollziehen, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass er seit dem 15.09.2001 geschlossen ist. Im Ort selbst gibt es nun ein Hotel gleichen Namens. Ich gehe davon aus dass der Besitzer wohl der Gleiche ist. Schade, wir hatten uns schon sehr auf diesen Platz gefreut. So fahren wir weiter und entscheiden uns für den ** CP La Pineta. Freundlich werden wir vom durchweg jungen Personal begrüßt und fühlen uns auf Anhieb fast heimisch. Der Platz ist recht übersichtlich, ca. 300m vom Strand entfernt, und die Sanitäreinrichtungen in einwandfreiem Zustand.
Nach der heißen Dusche geht es zum CP Restaurant. Die kleine Terrasse ist schon gut gefüllt, was ja schon mal ein gutes Zeichen ist. Ein Essen "à la carte" gibt es nicht, dafür eine reichhaltige Tageskarte mit typisch sardischen Speisen. Es schmeckt hervorragend, auch wenn man immer etwas rätselt was denn da so an der Karte steht. Ein Wörterbuch hilft hier nur bedingt weiter, doch das Personal kann teilweise deutsch und übersetzt gerne.

 

9) Sonntag, 26.05.2002 (0km)

 

Heute ist der erste, richtige Ruhetag. Nach etwas dösen, zunächst am Strand und dann doch lieber im Schatten des CP, stelle ich doch zufällig, aber wirklich nur rein zufällig, fest, dass ja heute ein Formel Eins Rennen ist. Der große Fernseher steht auch schon bereit als ich mit ein paar anderen Campern zur Terrasse gehe. Das Rennen beginnt, aber kein hektischer, italienischer Kommentar ist zu hören. "Bestimmt eine technische Panne" vermutet der Eine, doch später wird ein Laufband eingeblendet, dass den Zuschauern mitteilt dass die Sportreporter von RAI streiken, und es daher heute keinen Kommentar geben wird! Nicht das ich viel vom italienischen Kommentar verstanden hätte, aber das Temperament eines Reporters aus ‚Ferrari-Land' hätte bestimmt enorm zur Unterhaltung beigetragen.
Ob es so etwas auch mal in Deutschland geben wird? Ich kann es mir nicht vorstellen!

 

10) Montag, 27.05.2002 (231km)

 

Vorbei an der schon geraume Zeit stillgelegten Hotelanlage Su Sirboni geht es an der Marina di Gairo bis zum CP Coccorrocci. Der CP ist nur über eine ca.8km lange Sackgasse zu erreichen, was wohl Ruhe pur garantieren sollte. Schön ist er schon gelegen, aber für unseren Geschmack doch etwas zu abgelegen. Wie gesagt, wirklich eine Sackgasse. So kehren wir um, kreuzen die SS125 und erreichen über eine Nebenstrecke Gáiro. Wir sind nun inmitten einer grandiosen Landschaft, durchpflügt von Serpentinen die jedes Motorradfahrerherz höher schlagen lassen. Über Lanusei wedeln wir hinab nach Tortoli, da auch die Moppeds neue Kraft tanken müssen. Gleich wieder hinauf in die Berge nach Villagrande und weiter nach Talána. Eine seltsame, aber sogleich faszinierende Strecke. Scheinbar möchte man die Straße sich und der Natur überlassen. Sträucher und Blumen wuchern über die Leitplanken, auch herabgestürzter Felsbrocken können schon mal die halbe Straßenbreite blockieren.
Weiter nach Urzulei geht es über die geniale SS125 in schneller Fahrt nach Baunei. Wir biegen links ab in Richtung der Hochebene Su Golgo. Eine kleine, aber sehr steile und verwinkelte Straße bringt uns im Nu nach oben. Das erste Ziel ist Su Sterru, der Abgrund, ein ca. 270m tiefes Karstloch, das tiefste Loch seiner Art in Europa. Viel jedoch ist nicht zu sehen, da man aus Sicherheitsgründen nicht allzu nahe an das Loch herankommt. Wir fahren weiter zur Golgo-Ranch. Ein Restaurant, wieder einmal von einer Cooperativa betrieben. Es soll dort absolut geniales Essen geben, und der Clou, beim Haus gibt es auch Zeltmöglichkeiten. Ich denke beim nächsten Mal werden wir uns diesen Gaumenschmaus, zumindest für eine Nacht, gönnen.
Eigentlich sind wir mit einem Fahrrad Trio verabredet, welches wir auf dem CP La Pineta kennen gelernt haben. Wir warten eine Weile, aber sie tauchen leider nicht mehr auf. So machen wir uns wieder auf den Rückweg entlang der Küste über die SS125 zu unserem CP und genießen dort unser Abendessen.

 

11) Dienstag, 28.05.2002 (266km)

 

Über Barisardo geht es heute zunächst einmal nach Lanusei und weiter bis zur Kreuzung mit der SS198. Von dort aus hat man einen tollen Blick auf die diversen Gairo's. Kein Scherz, man erkennt deutlich das neue (Saint Elena) und das alte Gairo (Vecchio). Wir folgen der SS198 Richtung Seui und auf teilweise über 1000m Höhe wird es doch schon recht frisch.
Bei einer Pause an der Staumauer des Lago di Flumendosa kann man die Geschichte einer Brücke bewundern. Nicht weniger als drei Ruinen und eine intakte Brücke sind dort zu sehen.
Kultur steht auf dem Programm: die Nuraghe Arrubiu, eine sehr komplexe und große Festungsanlage. Es ist kurz vor Zwei als wir dort ankommen und eine lärmende Schulklasse ist bereits vor Ort. Wir gehen zum Eingang, geschlossen. Siesta! Zeit für Mensch und Kultur sich für ein paar Stunden zurückzuziehen. So bleibt uns nur ein entfernter Blick auf die von außen recht interessant wirkende Anlage.
Über Escalaplano und einer tollen Strecke zwischen Ballao und San Nicoló Gerrei geht es zum nächsten kulturellem Highlight, Pranu Muteddu. Mit 17 Hektar ist es eines der bedeutendsten archäologischen Stätten Sardiniens. Ich konnte nicht viel daran finden, auch wenn ich dann wieder dem Bild des Kulturbanausen entspreche.
Über Goni erreichen wir wieder Escalaplano und halten uns Richtung Perdasdefogu. Über eine sehr schöne Strecke, auf einer durchschnittlichen Höhe von 600-800m Metern, geht es Richtung Ulássai. Oft hat man von hier oben einen tollen Blick aufs Meer, bevor wir über Jerzu und die SS125 wieder zurück auf dem CP sind.

 

12) Mittwoch, 29.05.2002 (228km)

 

So langsam müssen wir leider schon an den Rückweg denken, und so packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns auf nach Oliena.
Wieder geht es durch die engen Gassen von Barisardo zunächst nach Lanusei, und über die SS389 zum Lago Alto del Fumendosa. Wir halten uns vor dem See links und treffen auf eine gut 30km lange, kleine und einsame Straße. Nach den Ausblicken auf den See, erreichen wir eine abgelegene Nuraghe, deren Betreten zwar verboten ist, aber wo kein Richter, da kein Kläger!

 


Einsame Strecke zwischen der SS389 und SS198, vorbei am Lago Alto Flumendosa

 

Nach einem kurzen Stück auf der SS198 biegen wir auch gleich wieder rechts ab und erreichen über eine absolut geniale Strecke Gadoni.
Weiter geht es Kurve an Kurve über Aritzo und Tonara nach Fonni. Über Mamoiada kommen wir nach Orgosolo, der Ort, der ja für seine Murales so bekannt ist. Mit dem Foto bewaffnet spaziere ich durch den Ort, um zumindest ein paar davon im Bild festzuhalten. Meines Wissens gibt es auch ein Buch in deutscher Sprache, das die verschiedenen Motive genauer erklärt und natürlich eine Übersetzung der Begleittexte mitliefert. Leider habe ich es in Deutschland bisher nicht gefunden.

 


Murales in Orgósolo

 

Von Orgosolo aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem CP Enis bei Oliena.
Die steile, enge und schlecht betonierte Zufahrt ist noch genauso wie ich es in Erinnerung habe, bevor wir die Cooperative erreichen.
Seit dem letzten Besuch hat sich zumindest hier oben aber doch so Einiges geändert. Der CP ist noch etwas kleiner geworden (immer noch steht nur eine Toilette und eine Dusche zur Verfügung), aber dafür hat das Restaurant jetzt *** Sterne bekommen, was sich durchaus im Preis niederschlägt.
Die Aussicht von der auf gut 900 Meter hoch gelegenen Cooperative ist immer noch unschlagbar und lädt natürlich zu einem längeren Aufenthalt auf der Terrasse des Hauses ein.

 


Der grandiose Ausblick von der Cooperative Enis bei Oliena

 

Ulli möchte unbedingt ein Menü als Abendessen haben, welches aber so reichlich ist, dass sie ganz schön kämpfen muß. Ich bleibe da lieber bei einer Pizza, doch auch ich habe durchaus meine Mühe damit den Teller leer zu bekommen.

 

13) Donnerstag, 30.05.2002 (198km)

 

Ist es schon sehr warm als wir von der Cooperative hinunter nach Oliena fahren. Wir nehmen die SS129, kreuzen die SS 131 und erreichen über eine Nebenstrecke Lula.
Parallel zur SS131 gibt es eine schmale Straße die dem Verlauf des Monto Aibo Richtung Nordosten folgt. Es existiert jedoch auch eine beschilderte Strada bianca direkt nach Lodè. 

 


Einsame Strecke von Lula aus Richtung Norden

 

Wir nehmen aber die geteerte Variante und treffen nördlich von Bitti auf die SS389. In den Wäldern ist es angenehm kühl, jedoch wimmelt es nur so von Insekten. Wir möchten eine kleine Pause machen, und so biege ich einfach mal rechts ab. Der geteerte Weg führt durch eine wirklich interessante Landschaft, mit kargem Baumbewuchs und hellen Gesteinsbrocken durchsetzt. So ca. 3km folgen wir der Strecke bis wir auf einem ausgewiesenen Parkplatz landen. Eine idealer Platz (GPS N 40° 31' 43.2", O 9 ° 19' 11.1) für ein Picknick, aber natürlich haben wir wieder einmal Nichts dabei.
Über Bitti und die tolle SS389 geht es dann hinab nach Nuoro. Immer noch die Idee des Picknicks im Hinterkopf stürmen wir einen Supermarkt. So beladen geht es durch das hektische Gewimmel der Stadt. Quer durch müssen wir, um zur Rundstrecke um den Monte Ortobene zu gelangen. Zum Glück ist er ganz gut ausgeschildert und schnell liegt Nuoro wieder hinter, und die tolle Rundstrecke vor uns. Wir suchen uns einen schönen Aussichtspunkt für unser Picknick, direkt gegenüber der Cooperativa Enis, die von hier auch mit meinem kleinen Fernglas zu sehen ist.
Lange sitzen wir dort, genießen die Sonne, den tollen Ausblick und das leckere Essen. Doch es hilft alles Nichts; wir packen wieder alles zusammen, auch unseren Müll (im Gegensatz zu anderen Leuten!) und machen uns auf den Rückweg zum CP.

 


Imbiss mit sardischen Spezialitäten mit herrlichem Panorama, bei der Rundfahrt um den Monte Ortobene

 

Es ist unser letzter Abend auf Sardinien, bevor es morgen wieder zum Fährhafen nach Porto Tórres geht.
Beim Abendessen kommen wir mit einem weiteren Paar ins Gespräch, die auch mit dem Motorrad die Inseln erkunden. Auch sie sind, wie wir, von Sardinien begeistert. Anschließend findet sich dann auch noch der Rest der Camperfraktion auf der Terrasse ein und bis in den frühen Morgen, mit einigen Karaffen Rotwein, erzählt jeder so von seinen bisherigen Erlebnissen und gibt die lustigsten Anekdoten zum Besten.

 

14) Freitag, 31.05.2002 (216km)

 

Leicht verkatert (zumindest ich) machen wir uns auf unsere letzte Tour. Über die langweilige SS131 lassen wir Nuoro schnell hinter uns, folgen der SS129 und der SS128bis Richtung Búrgos. Die Strecke wird wieder kurvenreicher und über Bono erreichen wir den Passo ò Ucc' Aidu (kein Schreibfahler, aber ich kann es auf jeden Fall nicht aussprechen). Kurz vor dem Pass ist ein Abzweig Richtung Norden eingezeichnet, den ich aber nicht finde. So geht es eben über Ittireddu und die SS128bis Richtung Ozieri, wobei die andere Strecke gewiß interessanter gewesen wäre.
Ein gutes Stück vor Ozieri biege ich dann links ab und treffen auf den flächentechnisch wohl größten Kreisel der Welt. Natürlich verpasse ich die richtige Ausfahrt aus dem Kreisel und so müssen wir nochmal auf den wohl 2km(!) langen Rundkurs. Mitten im Niemandsland und ohne besonders hohes Verkehrsaufkommen hier so ein Teil hinzustellen entbehrt wohl wirklich jeder Grundlage.
Durch flaches Land und über viel zu gerade Straßen folgen wir der SS132, bis es endlich wieder kurvenreicher wird.
Wir lassen Chiramonti hinter uns, Mártis rechts liegen und biegen vor Nulvi rechts ab. Man kann das Meer schon riechen, als ich ein paar karge und angemalte Baumstämme bemerke. Auch die Bäume auf der anderen Straßenseite, vom ständigen Wind aus der gleichen Richtung geformt, sind ein tolles Motiv.

 


Vom Wind geformte Bäume auf dem Weg zurück nach Porto Torres

 

Kurze Zeit später treffen wir dann bei Castelsardo auf die Küstenstraße, der wir, abgesehen von einer kleinen Pause an der Marina di Sorso, bis nach Porto Tórres folgen.
Tickets haben wir ja keine, also machen wir uns gleich auf den Weg zum Ablegeplatz. Dort jedoch gibt es keine Tickets für Tirrenia, also fahren wir wieder zurück in die Stadt. Nach einigem Suchen finden wir dann auch ein privates Reisebüro (N 40° 31' 43.2", O 9 ° 19' 11.1") dass uns die Tickets verkauft und eine bedeutend freundlichere Art als die Ticketverkäufer der Fährgesellschaften an den Tag legt. Noch dazu hat sie bedeutend bessere Möglichkeiten der Beratung, da sie ja für alle Fährgesellschaften Tickets anbietet.
Noch ein letzter Capuccino auf der Zufahrt zum Hafen und gegen 20:00 Uhr geht es zurück auf das italienische Festland.

 

Ein toller Urlaub ist zu Ende, viel Neues haben wir gesehen und viele Kilometer zurück gelegt. Diese Reise hat mir noch besser als die von 1999 Mal gefallen, jedoch sind zwei Wochen für die komplette Insel etwas zu wenig.

 

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