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Zumindest ist der Anfang gemacht:

Freitag, 04.06.2010, Flug nach Beijing


Es ist nun kurz vor 7:00 Uhr und ich sitze nach der Nachtschicht bei ein paar Tassen Kaffee im Wohnzimmer. Ich packe die letzten Sachen zusammen, denn in ein paar Stunden wird uns Axel zum Flugplatz in Düsseldorf bringen. Dann geht es für mich auf die weite Reise nach China, das Mutterland meiner LaoPo.

Der erste Weg ist nicht sehr lange, nur bis Frankfurt. Dann heißt es umsteigen und für gut 10 Stunden in den Air China Flug nach Beijing.

Allerdings hakt es leider beim Zugfahrzeug, daß uns auf den richtigen Weg bringen soll.

 

….


Die Toiletten sind defekt, und das auf einem 10 stündigen Flug. Zunächst ist es nur die Rechte, und da wir genau auf den Plätzen zwischen den beiden Toiletten sitzen, drängen sich ständig Leute an uns vorbei. Eigentlich müßte ich nach mehr als 24 Stunden ohne Schlaf endlich mal die Augen zu machen, doch bei dem ständigen hin und her schaffe ich es vielleicht gerade mal für 10 Minuten bis zur Ankunft in Beijing.

Nun funktioniert die Linke nicht mehr, angeblich dafür aber die Rechte …

Das Personal versucht zwar alles um die Verstopfung zu beseitigen, kommt aber nicht zu einem zufriedenstellendem Ergebnis und behilft sich einfach mit Plastiktüten als Auffangbehälter. Den Rest der Beschreibung spare ich mir nun lieber.

Es wird sogar über einen Zwischenlandung in Rußland nachgedacht, aber wieder verworfen, da dort das Problem wohl auch nicht richtig behoben werden könne. So wird aus hygienischen Gründen auf die weitere Ausgabe von Essen verzichtet, und Trinken nur noch wenn es sein muß. Das Letztere hatte ich für mich eh schon entschieden. Einmal auf der Toilette hat mir gereicht.

Doch zum letzten Drittel des Fluges gibt es zumindest Erleichterung für die männlichen Fluggäste. Es wird einfach eine Kiste zum darauf stellen vor das Waschbecken gestellt …


 


 

Samstag, 05.06.2010, Beijing


 

Pünktlich landen wir gegen 6:00 Uhr Ortszeit in Beijing. Das riesige Terminal 3 ist fast menschenleer. Wir machen uns auf den langen Weg zu Fuß, auf Laufbändern und mit dem Shuttle zur Gepäckausgabe, um uns anschließend vom Fahrer eines Studienkollegen (!!) zum Hotel fahren zu lassen. Nobel geht die Welt zu Grunde ;-)

Das Hotel (http://www.soluxecourtyardhotel.com) liegt sehr verkehrsgünstig, ist aber trotzdem sehr ruhig. Es ist im traditionellen Stil gehalten, hat eine sehr schöne Empfangshalle, die Zimmer sind in verschiedenen Flügeln angelegt mit kleinen Gängen, Gärten und einem kleinen Teich.

Für mehr Erkundungen ist aber keine Energie mehr da. Völlig erledigt fallen wir ins Bett. Endlich schlafen!!

Nach einigen Stunden Schlaf sieht das Leben doch nun doch deutlich erholter aus :-) Zum Essen gehen wir einfach bis zur Ecke an der Hauptstraße. Dort gibt es eines der modernen chinesischen Schnellrestaurants. Das Essen ist gut und das Bier schmeckt auch. Noch ein kurzer Spaziergang die Straße hoch und schon ist es wieder Zeit fürs Bett.


 

Sonntag, 06.06.2010, Beijing


 

Viel Zeit zum Ausschlafen bleibt nicht heute morgen. Nach der Morgentoilette möchte die Toilette nicht mehr das tun für was sie gedacht ist, schnell informieren wir den Empfang, da wir um 10:00 Uhr bereits an der Nationaloper verabredet sind. Ein wirklich sehr modernes und in meinen Augen architektonisch hochinteressantes Gebäude, und da Zheni's Freundin Karten besorgen konnte, können wir außer der Eingangshalle natürlich auch einen der Konzertsääle besuchen.

Zugegeben sind klassische Tenöre nicht in meiner Musikdatenbank vertreten, aber interessant war es trotz allem.

Nach einem kurzen Rundgang durch das riesige Gebäude fuhren wir gemeinsam zum Mittagessen. Zu diesem Anlaß wurde sogar extra eine Flasche französischer Rotwein entkorkt.

Meine ersten Versuche mit Essstäbchen kann man getrost vergessen. Als Ausrede kann ich aber eine mehrwöchige Kapselentzündung der rechten Hand geltend machen, die mich in der Trainingszeit ganz klar behindert hat ;-)

Unsere Gastgeber fuhren uns dann zurück zum Hotel. Eine kurze Ruhepause bevor es am Abend zum Treffen ehemaliger Studienkollegen meiner Frau ging. Eigentlich ist das Essen an sich Nebensache. Der Tisch muß voll sein, jeder nimmt sich ein wenig von dem was er mag, und dann geht der Trinkwettbewerb China - Deutschland los. Zheni hatte mich schon zwar schon im Vorfeld gewarnt, aber die männliche Gegenseite hatte sich sogar noch Verstärkung geholt. So stand ich nun alleine gegen drei. Immer schön abwechselnd kamen zum 'Ganbei', was soviel wir , Das Glas trocknen' sprich auf Ex bedeutet. Ich habe es wohl ganz gut hinbekommen, denn zum Schluß wurde Deutschland von den Chinesen als Sieger erklärt.


 

Natürlich nicht mehr ganz nüchtern, fuhr uns der Fahrer dann wieder zurück zum Hotel. Ach ja, geschlafen habe ich heute tief und fest.


 

Montag, 07.06.2010, Große Mauer


 

Tief und fest hatte ich ja bereits erwähnt, aber leider nicht lange genug. So um 7:30 Uhr ging es bereits wieder los. Nicht ohne am Empfang Bescheid zu sagen das die Toilette erneut verstopft ist. Dies wird nochmal passieren. Irgendwie verfolgt uns dieses unappetitliche Thema schon die ganze Zeit.

Erneut stand der Fahrer vorm Hotel und fuhr uns die ca. 80km bis nach Badaling. Ich muß mich echt nochmal ganz herzlich bei dem Studienkollegen bedanken der uns seinen Fahrer zur Verfügung gestellt hat. Es ist schon verdammt angenehm so durch das städtische Verkehrschaos chauffiert zu werden.

Auf dem Weg zum Zielort sieht man immer wieder Teile der Mauer, die dem Tourismus (noch) nicht geöffnet wurden. Leider ist der Blick zum Himmel durch den Dunst des schwülen Wetters recht stark getrübt. Ist auch klar, die Regenzeit steht an.

Wie zu erwarten, treffen wir auf eine große Menschenmasse, die genau so wir die mit AAAAA bewertete Touristenattraktion besichtigen möchten. Für mich, der es doch eher ruhig mag, die nächste Herausforderung die es zu bewältigen gilt.

Als Laowai (Ausländer) fällt man doch noch sehr auf, auch an der 'Großen Mauer', die wohl auf fast jedem Reiseziel ausländischer Touristen zählt. Ich denke es wird wohl daran liegen daß wir eben nicht in einer Reisegruppe unterwegs sind. Vielleicht liegt es aber auch daran daß ich einen bekannten Doppelgänger habe, auf Grund dessen ich des öfteren mit mir wild fremden Leuten um ein gemeinsames Foto gebeten werde. Mein sogenannter 'Fanclub' geht dabei vom Teenie bis zum rüstigen Rentner.

Die Ausmaße der 'Großen Mauer' brauche ich wohl keinem näher beschreiben. Wir kämpfen uns den Weg weiter. Teilweise geht es sehr heftig steil bergauf und jeder Wachturm stellt ein Nadelöhr da. Für Zheni arten manche Stellen in regelrechte Kletterpartien aus. Auch die Treppenstufen auf der Mauer sind von den mehr als 150 Millionen Besuchern gezeichnet und teilweise sehr stark abgenutzt. An allen Ecken klicken die Kameras und Fotohandys. Eigentlich will ich ja niemanden ins Bild laufen, aber hier bleibt mir leider oft keine andere Möglichkeit. Auch wir spähen nach jeder freien Position um zu Verschnaufen und auch mal ein Foto machen zu können.

Bis zum höchsten Punkt auf diesem Abschnitt der 'Großen Mauer' kämpfen wir uns vor, ohne ihn ganz erreicht zu haben. An der Mauer des Wachturms müßte man sich an zuvielen Menschen vorbei drängeln, so ziehen wir es vor uns vor dem Rückweg ein paar Meter vorher auszuruhen und den Ausblick zu genießen.

Wieder zurück in der Stadt gehen wir nach einer wohl verdienten Ruhepause zum Essen an einer der unzähligen kleinen Restaurants am Straßenrand.

Wir schlendern noch etwas durch die Gegend und gelangen eher durch Zufall in das Kneipenviertel (Hoi Hai) der Gegend.

Aus jeder der Kneipen dringt Livemusik aller Arten auf die Straße. Ganz am Ende finden wir ein etwas ruhigeres Eck mit spanischer Akustikmusik. So klingt der Abend bei einem kühlen Bier und schöner Atmosphäre aus.


 

Dienstag, 08.06.2010, Verbotene Stadt


 

Die 'verbotene Stadt' steht heute auf dem Programm. Mit der U-Bahn wollen wir zum Platz des himmlischen Friedens fahren. Vorher jedoch muß beim Betreten der U-Bahn unser Gepäck durch die Sicherheitskontrolle. Diese Sicherheitskontrollen finden wir an jeder Haltestelle in Beijing und später auch in Shanghai.

Auch beim Betreten des Platzes müssen wir erneut durch eine Sicherheitskontrolle. Vor uns beginnt bereits ein Menschenauflauf. Der allerdings gilt dem Besuch des Mao Mausoleums.

Wir laufen weiter auf den riesigen Platz der, wie zu erwarten, voller Menschen ist.

 

- Fortsetzung folgt

Der erste Teil der Bildergalerie, Rund um Beijing.

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