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18.09-12.10.1997

 

Nach der Arbeit ging es vollbepackt und mit einer großen Zahl von Hummeln im A.... über die A5 nach Karlsruhe um dort Ulli und meine alten Stammtischkollegen zu treffen.

 

Am nächsten morgen warteten wir noch auf Guido und nun konnte es endlich losgehen. Bei strahlendem Sonnenschein ging es über Autobahn durch die Schweiz und Italien bis zum ausgemachten Treffpunkt, die erste Rastanlage nach Mailand Richtung Genua. So gegen 18:00 kamen wir dort an und warteten auf Giovanni. Der Treffpunkt war eigentlich erst für Morgen so gegen 11:00 ausgemacht. Wir holten einfach die Schlafsäcke raus und machten uns auf der Wiese breit. Mit uns schien auch noch eine Hundertschaft Stechmücken auf dem Weg in den Süden zu sein, denn am nächsten Morgen waren wir alle verstochen, überall wo nur ein Quadratcentimeter Haut zu sehen war.

 

Giovanni traf recht früh ein, er erzählte uns das auch er gestern schon in der Nähe war, er übernachtete auf einer Raste vor Mailand. Auf dem Weg dort hinein mußte er sich in der Schweiz mit seiner EC-Karte noch Geld holen. Da dem Automat scheinbar die Karte sehr gut schmeckte behielt er sie einfach und lies Giovanni mit 700,- DM in bar in den Urlaub fahren. Zum Glück hatten wir ja alle genug Schecks dabei, also sollte das alles kein Problem darstellen.

 

Wir waren die ersten Motorradfahrer an der Fähre und machten dann auch gleich Bekanntschaft mit der Bürokratie. Mit den Tickets bekamen wir einen Zettel für den italienischen Zoll, den wir ausfüllten und uns gleich in die Schlange stellten. Das einzige was der Zoll machte war den Zettel mit dem Reispaß zu kontrollieren und einen Stempel drauf zu drücken.

 

Nach und nach trafen immer mehr Motorradfahrer ein, ich glaube es waren nur Deutsche. Die meisten waren auf dem Weg nach Tunesien (was ein Zufall!) ein paar allerdings fuhren durch Tunesien um ihren Urlaub in Libyen zu machen.

 

Die Zeit bis wir endlich auf die Fähre durften vertrieben wir uns mit Erfahrungsaustausch mit den anderen Mitreisenden, Jeep- wie Motorradfahrern, um noch einige Informationen jeglicher Art zu bekommen. Als letzte Motorradfahrer trafen Marc und Thomas ein. Marc hatte ich über die ‘XRV-mailing list’ kennengelernt, allerdings war ihr dritter Mitfahrer nicht dabei. Seine ‘scharfgemachte’ KLR hatte rein motortechnisch den Geist aufgegeben.

 

Nach dem hektischen Einchecken auf der Fähre trafen wir uns dann alle auf dem Sonnendeck um das Ablegen zu beobachten und um für die nächsten drei Wochen Abschied von Europa zu nehmen; außerdem hatte ich mit Marc verabredet daß er mir in einem Crash-Kurs die grundlegenden Funktionen des Garmin 45 beibringt.

 

Am Abend widmeten wir uns dann der tunesischen Bürokratie, es mußten drei Formulare ausgefüllt werden. Eines für die Person, eines für das Fahrzeug und eines damit man mit dem Fahrzeug in Tunesien rumfahren darf. Am nächsten Morgen dann machten sich Ulli und Guido auf die Formulare abstempeln zu lassen. Bepackt mit Reisepaß, Fahrzeugschein, grüner Versicherungskarte den drei Formularen, für uns alle vier, ging es los. Dort muß man dann noch einen tun. Dinar für eine Briefmarke bezahlen und kriegt dann noch ein Formular dazu zurück. Ach ja, auf der HABIB kann man nur mit französischen Franc bezahlen.

 

 

Endlich war Afrika in Sicht und man glaubt es kaum der Himmel zog sich zu. Nach dem 1,5-2 Stunden langen Kampf mit dem tun. Zoll hatte man noch zwei Formulare. Das mit der Briefmarke und die ‘Carte de visiteur "non resident" ‘. Beide sind sehr wichtig und werden bei der Ausreise wieder benötigt!

 

Von Tunis ging es direkt nach Nabeul. Es war schon dunkel und es begann zu regnen. Tolles Gefühl in einem unbekannten Land, mit Enduroreifen, über schlechte Teerstraßen zu rutschen. Bei strömendem Regen erreichten wir dann den Campingplatz ‘Jasmin’ in Nabeul. Fast die Hälfte der Motorradfahrer die wir auf der Fähre getroffen haben waren hier und nachdem die Zelte standen ging es nach einer Dusche zum wohl verdienten Abendessen mit tunesischen Bier.

 

 

 

Am nächsten Tag sind wir dann nach Zaghouan um eine im Reisführer (Reis-Know-How) beschriebene Schotterpiste zu einem Funkturm zu fahren. Die Strecke war leider geteert, nur am Anfang war gleich ein riesiges Schlammloch, daß Guido so gut gefiel daß er es mit seinem Motorrad näher betrachten mußte. Man muß aber sagen das Guido zum ersten Mal mit seiner Super Ténéré Off Road fuhr. Irgendwann war die Durchfahrt dann verboten, Militärgelände!. Also wieder zurück und dann über eine Schotter- Geröllpiste irgendwie wieder auf die Teerstraße. Diesen Teil haben wir uns selbst gesucht, ungefähr 30 km. Die Strecke entsprach eigentlich dem wie ich am liebsten Off Road fahre. Es war sehr abwechslungsreich mit Geröll, schnellen und langsamen Schotterpassagen und ein paar anspruchsvolleren "Sonderprüfungen". Kurz vor der Teestraße war wieder ein Schlammloch. Giovanni’s Vorderrad (TKC80) hatte sich aufgrund des normalen, tiefen Kotflügels zugesetzt und da es vorne nicht mehr weiterging drehte das Hinterrad durch und setzte sich am Kardan und Stoßdämpfer total zu. Zuerst mußten wir kiloweise den Schlamm mit den Händen rauspopeln und dann schoben wir ihn raus. Marc’s Vorderrad (TKC80) hatte sich ebenfalls so mit Schlamm zugesetzt daß der vordere Kotflügel sich hinten hoch und damit vorne runter gedrückt hat. Marc legte eine ungewollte Vollbremsung hin und stieg horizontal vom Motorrad ab. Mir passierte nichts, da ich einen hohen Acerbis Kotflügel hatte (jetzt hat das Ding außer Optik auch noch einen praktischen Sinn), außerdem zeigte sich daß zumindest im Gelände der Metzeler MCE einige Vorteile hat.

 

Am Abend dann beschlossen wir den Urlaub zu sechst fortzuführen; es ist nicht sehr ratsam zu zweit eine solche Tour zu machen. Mindestens drei sollten es schon sein.

 

 

 

Von Nabeul ging es dann nach Gafsa ins Hotel "La Lune" (Tel. 220218; Avenue, Jamel-Abdennaceur 2100 Gafsa). Auf dem Weg dorthin machten wir einen für manche folgenschweren Fehler. Wir aßen zusammen am Straßenrand Fleisch vom Grill, jeder sagt daß man das unterlassen sollte aber es kam in diesem Moment einfach gut. Da das Hotel immer noch im Umbau ist, bezahlten wir nur 10 TD pro Person inklusive Frühstück. Thomas aus Leipzig, von Beruf Klempnermeister, mußte sich aber erst einmal der Dusche annehmen, um sie wieder gangbar zu machen.

 

 

 

Am nächsten Tag sollte es von Sened-Gare aus über den Djebel Biada gehen. Das Essen von gestern hatte bei Marc schon zugeschlagen und er blieb mit flottem Otto im Hotel. In Sened-Gare fuhren wir nach dem Bahnübergang geradeaus anstatt links, unbeabsichtigt zwar aber es hatte sich gelohnt. Es ging immer am Berg entlang über kleine Fußwege bis wir plötzlich auf die sehr gut ausgebaute Piste zum ‘alten’ Sened stießen. Dort angekommen ging es durchs ganze Dorf. Alle Menschen kamen aus ihren Häusern aber keiner zeigte uns den Weg hinauf zum Berg. Irgendwann fanden wir ihn, im Dorf rechts halten, und weiter ging’s. An einer Abzweigung hielten wir. Links ging es nach El Guetar dem eigentlichen Ziel, geradeaus aus konnte man hoch zu einem Funkturm fahren. Wir entschlossen uns für diesen Abstecher.

 

 

Auf der teilweise sehr anspruchsvollen Strecke mit grobem Geröll hat es mich dann auf dem Rückweg erwischt.

 

 

 

Als Guido oben bei uns ankam fuhr ich schon los, da Ulli unten alleine auf uns wartete. Ich war wohl etwas zu schnell. Es hat mich in einem Geröllfeld vorne ausgehebelt, ich kam in Rücklage und gab ungewollt Gas. Ich bin dann links in den felsigen Hang hineingekracht. Beim unfreiwilligen Abstieg fiel ich dann auch noch rücklings in einen Dornbusch. So aber jetzt erst mal Motorradkontrolle; nachdem ich den Benzinhahn geschlossen und die Maschine etwas aufgerichtet hatte zog ich erst einmal die Dornen aus meiner Hose. Die anderen kamen immer noch nicht obwohl ich schrie und pfiff. Alleine konnte ich die Maschine nicht auf den Weg heben. Nach einer Viertelstunde kamen sie dann endlich und zu viert hoben wir die Africa Twin wieder auf den ‘rechten Pfad’. Der Motor sprang zwar gleich wieder an, doch der linke Sturzbügel hat den Motorschutz, die Verkleidung und den Kühler verbogen und im Kühler war ein Loch, Scheiße. Was tun?

 

Guido und Giovanni fuhren los um Ulli Bescheid zu geben. Thomas schlug vor das Loch mit Kaugummi und Klebeband notdürftig zu flicken, damit wir wenigstens zum Hotel oder zur Straße kommen. Also Werkzeug raus, alles unnötige ab und los. Kurzes Herzklopfen beim Starten, aber es schien dicht zu sein. Recht langsam und immer die Temperaturanzeige im Auge ging es bergab zu Ulli, Guido und Giovanni. Als ich den Motor dort aus machte lief aber wieder eine gewisse Menge Kühlwasser aus. Wir schafften es trotzdem noch bis ins Hotel.

 

 

Dort besorgten wir uns ein Stück Schlauch und schlossen den linken Wasserkühler kurz, schon ein Vorteil wenn man zwei Kühler hat. Wasser einfüllen und ............ undicht. Die einzige Übergangsstelle die wir nicht bearbeitet hatten war undicht. Alles wieder ab und auch dieser Stelle abdichten. Wieder Wasser rein und diesmal konnte sie das Wasser halten. So, jetzt der Wärmetest, Motor laufen lassen bis der Lüfter anspringt, aber er sprang nicht an. Erneut (zum dritten Mal) war in der originalen 10A Sicherung ein Harrriss. Also auch noch die Sicherung raus und der Lüfter lief. Nach der ganzen Aufregung hatten wir uns erst einmal ein paar kühle Bier verdient. Das Abendessen war sehr gut, aber auch sehr scharf. Die Rache, wohl eher für das Essen am Straßenrand vom Vortag, folgte auf den Fuß. Mitten in der Nacht mußte ich schleunigst zur Toilette, den Rest könnt ihr euch wohl denken.

 

Beim Frühstück stellte sich heraus, daß es jetzt alle außer Ulli und Giovanni im Darm erwischt hatte. Als Testfahrt für meine halbierte Wasserkühlung ging es über eine einfache Piste (C201) durch die Müllhalde von Gafsa nach Metlaoui und dann in die Seldja-Schlucht.
Guido und ich ‘bewachten’ die Motorräder während die anderen, teilweise durch Eisenbahntunnels, in die Schlucht liefen.

 

 


Der Motor war aber leider für eine Offroad Tour nicht stark genug belastbar. In niedrigen Gängen bei mehr als 4000 U/min ging der Lüfter auch während des Fahren an. Also bestellte ich mir abends über den ADAC einen neuen, der konnte aber nur bis Tunis geliefert werden (Leihwagen wird vom ADAC bezahlt). Der Kühler wurde mir für Freitag oder Samstag versprochen, heute war Donnerstag. Ich sollte mich morgen abend noch mal melden, schau’ mer mal!
Da wir nicht im Hotel warten wollten bis ich den Kühler abholen konnte und es in Tozeur auch Mietwagen gab ging es weiter über Metlaoui, Moulares, Redeyef, Tamerza und Chbika durch das Phosphatabbaugebiet bis nach Degache. Eine landschaftlich sehr schöne und abwechslungsreiche Tour, die mir mit am besten gefallen hat. Während der Tour kamen wir durch die unterschiedlichsten geographischen Landschaften. Bergstrecken, sogar mit Serpentinen!, zu den Anfängen des Chott el Gharsa. Ein überwältigender Ausblick bietet sich fast überall entlang der Strecke.

 

 

Weiter ging es durch das Chott. Auch hier wieder anfangs Geröll zu beiden Seiten der Teerstraße, dazwischen waren immer wieder Salzflecken zu sehen. Dann versandete die Fläche zunehmend, dann wieder schlammige Passagen. Endlich in Degache am Campingplatz Bedouine angekommen, machten sich Giovanni und Guido auf um etwas für das Abendessen einzukaufen. Um unsere Mägen etwas zu schonen kochten wir heute lieber selbst, obwohl das Essen gut und sehr preiswert ist.

 

Als wir alle zusammen mit der Zubereitung des Essens begannen, Marc zog sich zum Schutz beim Zwiebel schälen lieber seinen Helm mit Crossbrille an, zog ein Gewitter auf, aber es regnete bei uns nur leicht. Zwischendrin fiel mir ein, daß ich ja noch beim ADAC anrufen mußte. Schlechte Nachrichten, es waren noch keine Flugdaten bekannt, also morgen früh wieder.
Heute war faulenzen angesagt. Der ADAC hatte nur die Auskunft ich sollte mich am Montag wieder melden, da keiner mehr vom Ersatzteilservice da war. Ulli, Marc und Giovanni machten sich auf den Weg nach Touzeur auf der Pritsche eines Jeeps der zum Campingplatz gehörte. Mir war das hin und her mit dem Kühler jetzt zu blöd und da wir ja auch weiter nach Douz fahren wollten, wo es laut Reisführer keine Mietwagen gab, probierte ich dann den alten Kühler doch noch zu reparieren. Mit Flüssigmetallkleber und einer halben Unterlegscheibe klappte es auch. Zu dritt machten wir eine Mund-Luft-Druck-Prüfung: Alles dicht. Nachdem der Kühler dann wieder seine von Geburt an festgelegte Funktion am Motorrad eingenommen hatte und immer noch alles dicht war ging es mir bedeutend besser. Blöd daß ich erst jetzt den Kleber ausprobiert habe, aber aus Erfahrung wird man schließlich klug. Abgesehen davon hatte mir am Vorabend jemand erklärt daß bei der Einfuhr von Ersatzteilen bis zu 150% Einfuhrzoll erhoben werden können, was mir durch den ADAC bestätigt wurde. Man muß allerdings nur dem Zöllner irgendwie klar machen daß es ein Ersatz für ein bereits defektes Teil ist, dann wird es bedeutend billiger. Ich habe 20 Dinar (32,-) bezahlt als ich den Kühler am vorletzten Urlaubstag in Tunesien abgeholt habe.

 

Erneute Testfahrt. Wir fuhren über Touzeur und Nefta Richtung algerische Grenze. Irgendwann Blinker links auf den ‘Strand’ des Chott el Jerid. Wie immer mußte ich vorfahren und als alle sahen das es kaum Probleme machten kamen sie alle hinterher und heizten kreuz und quer durch den recht festen Salz/Sandstrand. Der Lustfaktor stieg von Meter zu Meter. Nach ein bis zwei Stunden austoben und einigen Liter Wasser ging es weiter.

 

 


Wir wollten uns die Piste für die südliche Umfahrung des Chott el Jerid ansehen, da wir diese morgen mit Gepäck fahren wollten. Irgend jemand hatte uns erzählt das diese Piste mittlerweile geteert war.
Als wir aber am angegebenen GPS Punkt angekommen waren war aber weit und breit nichts von Teer zu sehen. Am Anfang war es etwas sandig wurde dann aber zunehmend besser. Nach etwa 20km kehrten wir wieder um; es war beschlossene Sache die Strecke mit Gepäck zu fahren.
Zurück von Nefta Richtung Touzeur ging es über einen als ‘Circuit saharienne’ bezeichneten Weg. Den Einstieg zu finden bereitete es etwas Mühe wie auch die weitere Streckenführung. Wie das Wort ‘Saharienne’ schon sagt ließ sich der Sand auch nicht lange bitten. Schmale Spurillen im Tiefsand waren dann doch zuviel für den angeschlagenen Marc und da wir ja morgen noch etwa 70km Piste mit Gepäck vor uns hatten fuhren wir lieber via Asphalt gen ‘Heimat’.

 

 

Zurück auf dem Campingplatz trafen wir wieder das Paar das bei Woick arbeitet um Ihnen zu sagen das die Information falsch war. Dann folgte die Auflösung. Es gibt tatsächlich eine geteerte Umfahrung. Sie verläuft mehr oder minder im Niemandsland zwischen Algerien und Tunesien. Kurz vorm tun. Grenzhäuschen geht es links rein (=>EUROGAS), nach 10m gleich wieder rechts, am Grenzkontrollpunkt vorbei und immer geradeaus; nach ein paar hundert Metern fängt dann die Teerstrecke an. Wir entschlossen uns dann doch lieber für diese Variante.
Nachdem wir unser Chaos auf dem Campingplatz beseitigt hatten und das Gepäck wieder am Motorrad hing, ging es wieder über Nefta immer am Chott entlang Richtung algerische Grenze, zum Grenzort Hazoua. Dort angekommen bogen wir links ab wie beschrieben, doch ich fuhr zunächst geradeaus. Ich hielt an um nach dem Weg zu fragen, als auch schon ein Zöllner mit seiner Trillerpfeife auf uns zugerannt kam. O Gott, was passiert nun? Kein Problem, er wollte uns nur den richtigen Weg zeigen und zeichnete alles auf meiner Karte ein, mit Kilometerangabe. Der Zustand der Teerstraße kann man unter tun. Standard abhaken jedoch ist die Strecke ist recht monoton.
Wenn die Strecke wieder in Richtung Osten (Douz) verläuft kommt man an einen tun. Grenzposten in Matrouha, der natürlich alle Pässe einsammelte zum kontrollieren. Nachdem auch diese bürokratische Hürde genommen war ging es zum Campinglatz in El Faour. Die Leute von Woick meinten wir sollten uns dort den Campingplatz mal ansehen. Das Hotel sah von außen ganz gut aus, der Campingplatz jedoch machte überhaupt keinen guten Eindruck. Nirgends gab es Schatten und die sanitären Einrichtungen machten einen miserablen Eindruck. Es gibt dort weder eine Tankstelle, auch die Bevölkerung, besonders die Kinder, machten auf mich keinen allzu freundlichen Eindruck. Wir fuhren dann lieber nach Douz auf den Campingplatz Bedouine. Er war der teuerste Platz der ganzen Reise, jedoch mit Abstand der Beste. Im Ort selbst gibt es Hotels die billiger seien, wurde uns erzählt. Die würde ich mir aber lieber selbst mal anschauen. Wir wußten natürlich das der Platz unter italienischer Leitung war und wetteten vorher schon ob es vielleicht Pizza geben würde. Leider nicht, dafür gab es Pasta und deutsches Bier. Ich bin zwar wirklich nicht der Typ der im Ausland so essen und trinken möchte wie zu Hause, aber wenn es die Möglichkeit dazu gibt, ........
Das Essen bestand aus Vorspeise, Spagetti, Hauptspeise Grillspieße und ein Dessert. Auf die Frage was wir zum Nachtisch wollen antworteten Ulli, Guido und Giovanni das eine Portion Spagetti ein wunderbares Dessert wäre !!
Ach ja, der Kühler hielt wunderbar dicht, also gleich für die nächste Tour Flüssigmetallkleber auf die Checkliste nehmen. Das Zeug ist echt genial. Ein Bekannter von mir hat mir erzählt, dass er damit schon einen Motorriss geflickt hat!!!
Heute stand nach einem super Frühstück (Spiegeleier!) eine Fahrt um Douz an. einer schönen Stelle hielt ich an, ließ etwas Luft aus den Reifen und los gings. Guido gab leider schon nach dem ersten eingraben auf. Thomas kämpfte sich bis zu den Dünen durch, drehte einer Runde. Dann gab auch er auf. Der Rest drehte seine Runden. Wir durchpflügten kreuz und quer das Gelände, und der Spaßfaktor stieg von Meter zu Meter. Marc und Giovanni hielt es überhaupt nicht mehr. Da sich Giovanni am Anfang gleich zwei drei Mal eingegraben hatte und es ihm zu lange dauerte bis ihm jemand zu Hilfe kam, quälte er sich lieber selbst aus seiner sandigen Lage und nun zählte nur noch Gas, Gas und nochmals Gas.

 

 

 

 

 

Nachdem sich dann jeder ausgetobt hatte, auch einige Filme liefen durch diverse Fotoapparate, ging es zurück zur Straße. Die Luft für Mensch und Reifen war wieder hergestellt, also ging es weiter, denn im Reisführer war eine kleine Rundfahrt beschrieben mit zwei Pisteneinlagen. Für die erste haben wir uns verfahren und die zweite, vor Blidet bis auf die Teerstrecke, riß uns auch nicht vom Hocker, Karte raus und weiter suchen. Es gibt eine Piste von Kebili über die C104/C105 Richtung Matmata. Als wir die Piste gefunden hatten ging es auch gleich mit Tiefsand und schönen Spurrillen los. Marc und Guido reichten ihr Streichergebniss ein, und der Rest wollte noch eine halbe bis dreiviertel Stunde weiter fahren. Noch fast 10km kamen ständig solche sehr anspruchsvollen Sanddurchfahrten. Dann wurde die Piste zur Autobahn. Von gelegentlichen Vollbremsungen abgesehen ging es recht flott vorwärts. An der Gabelung der C104 auf die C105 hielten wir an um den weiteren Weg zu beratschlagen. Ich wollte eigentlich wieder den selben Weg zurück fahren, aber ich wurde von den anderen überstimmt. Wir hatten gelesen und gehört das die Strecke zwischen Douz und Matmata komplett geteert werden soll, als plötzlich am Horizont zwei Staubwolken zu erkennen waren die von zwei Motorradfahrer stammten. Sie waren mit uns auf der Fähre und nach kurzem Smalltalk und einer Zigarette fuhren sie weiter, sie wollten nämlich noch bis Ksar Ghilane. Auch wir machten uns auf. Diese Piste war etwas gröber und steiniger und nicht so schnell zu befahren wie die C104, aber irgendwann kamen wir zur Piste/Straße Douz/Matmata. Direkt an diesem Kreuzungspunkt gab es ein Café das gerade von Jeeptouristen belagert wurde. Als sie uns sahen zückten sie gleich Foto und Videokamera als wäre gerade die Tunesien Rallye im Anmarsch.
Die Strecke Douz/Matmata war bishier geteert, abgesehen von kleinen Umleitungen, die Baustellen bedingt sind, waren wir recht flott wieder in Douz.
Heute verabschiedeten sich Marc und Thomas von uns. Sie hatten nur zwei Wochen, was mindestens eine Woche zu wenig ist. Für uns war heute Ruhetag, die Maschinen wurden etwas genauer unter die Lupe genommen und es war Markt in Douz.
Von Douz aus ging es dann Richtung Matmata. Die Strecke ist mittlerweile fast komplett geteert, abgesehen von vielleicht 6-8 km und den Baustellen. Bei einer Pause auf der Pistenstrecke kamen uns ein weißer Mietwagen, der uns fragte wie lange die Pistenstrecke noch wäre. Ich wußte ja nur das die Strecke von Douz aus geteert wird, also sagte ich ihm das es noch etwa 30km so weiter geht. Daraufhin drehten sie um und fuhren zurück. Als wir dann einen Kilometer weiter wieder auf einer Teerstraße waren, war es mir doch etwas peinlich. Auch das Café Sahara ist jetzt über Teerstraße zu erreichen. Von dort aus kann man aber auch über Piste bis Matmata weiter fahren.

 

Nach der Querung der Pipelinepiste ging es dann über schmale, aber sehr schöne Teerstraßen nach Matmata. Gefährlich an diesen Straßen ist das sie sehr verwunden sind und eigentlich nur Platz für ein Auto hat. Wobei wir wieder bei den Touri Jeeps sind. Fast immer treten sie nur in Rudeln auf, mit einem einheimischen Fahrer und 5-6 Touris als Passagiere. Die Fahrer heizen ganz schön durch die Gegend, als gäbe es überhaupt keinen Gegenverkehr. Diese Raserei hat am Chott el Gharsa fünf Leuten das Leben gekostet. Drei Jeeps fuhren mit etwa 120 km/h über die Strecke von El Hamma nach Chibika. Dem ersten Jeep platzte ein Vorderreifen, er drehte sich um 180 Grad und der zweite fuhr frontal auf ihn drauf. Auch der dritte rauschte dem vor ihm fahrenden hinten rein. Die beiden Fahrer und drei Touristen kamen dabei um !!!

 

 

In Matmata angekommen ging die Suche nach einem Höhlenhotel los. Lange brauchten wir nicht und das Hotel erwies sich als gute Wahl ("Les Berberes"). Zum Abendessen gab es dann das von allen, außer mir, ersehnte Couscous. Aber auch Giovanni und Guido riß es dabei nicht vom Hocker. Das geht nicht gegen das Hotel, es war einfach nicht unser Ding. Da ich mir irgend etwas eingefangen hatte war ich schon ziemlich früh im Bett und auch der nächste Tag fiel für mich flach. Guido und Giovanni testeten noch einen 4WD Tip aus dem Reiseführer, einen Ausflug nach Zraoua. Der Aufstieg war dann aber doch zu heftig und sie kamen wieder zurück. In der nächsten Nacht bekam ich dann auch noch Fieber, dem Ulli aber mit Wadenwickeln begegnete, was mir aber die ganze Nacht den Schweiß in die Stirn trieb; dafür war ich am nächsten Morgen aber wieder fit. Da mir die Fahrt nach Ksar Ghilane noch etwas zu anstrengend war, machten wir eine kleine Rundfahrt, teilweise über Piste, nach Toujane, Ain Tounine, Beni Zelten und über Matmata Nouvelle zurück.

 

Am nächsten Tag ging es dann um 7:00 Uhr mit kleinem Gepäck nach Ksar Ghilane. Von Matmata aus ging es zunächst über steinige Pisten, Wellblech und ein paar Queddurchquerungen zum Café Bir Soltane (GPS: N 33°17,637’ O 9° 44,051’).

 

 

Dann 30-40 km sehr anstrengende Pipelinepiste, immer auf der Suche nach dem richtigen Tempo. Zwischen 60-80km/h war es fast immer ganz O.K., aber das geht doch alles ziemlich auf das Material und man muß bei höherer Geschwindigkeit immer voll konzentriert unterwegs sein. Dann war der Abzweig nach Ksar Ghilane erreicht. Da die Hauptpiste sehr wellblechig war fuhren wir links und rechts der Hauptpiste. Einmal fuhren wir auf einer sehr breiten Nebenpiste, so etwa mit 70km/h. Plötzlich tauchte hinter einem kleinen Hügel eine 10m langes Sandloch auf. Da ich kaum Zeit hatte mir großartig Gedanken zu machen, kam ein kleiner Sprung, Arsch nach hinten und durch war ich. Meinem Hintermann ging es nicht so gut. Er wollte noch abbremsen, als er aber im Sand war hat es ihn abgelegt. Sein Hintermann konnte dann gerade noch nach rechts ausweichen. Passiert ist nichts, also weiter.
Nach viel Gerüttel und Geschüttel kamen wir dann endlich in Ksar Ghilane an. Jetzt die Suche nach dem Campingplatz. Den, den wir suchten, war nicht ausgeschildert. Also fuhren wir links rum und dann wieder rechts zum Campingplatz L’erg. Der war zwar recht schön (!!! Tankstelle!!!) aber leer. Schon die Anfahrt war recht lustig, da sehr sandig. Als ich irgendwann zu stark ins Trudeln kam hielt ich einfach an und wollte neu anfahren. Plötzlich hörte ich die BMW hinter mir und ihr Rodeoreiter tankte sich durch das Sandfeld. Es versetzte ihn ziemlich stark, stilistisch nicht sehr gut, aber er kam durch. Als Giovanni wieder festen Boden unter den Füßen hatte und auch ich bei ihm war, mußte ich erst einmal kräftig lachen. Als ich ihm erklärt hatte warum lachte er auch.
Guido steckte fest, war aber gleich befreit. Noch die sandige Einfahrt auf den Parkplatz und wir waren da. Leider nur wir, und von Schatten war auch nicht viel zu sehen. Giovanni mit seiner BMW, ich schnappte mir die DR350, machten uns dann auf die Suche nach dem anderen Campingplatz (Le paradis). Die Susi ist zwar wegen ihres geringeren Gewichts leichter zu händeln, aber die Affentwin hat einfach viel mehr Dampf. Also ging es kreuz und quer durch die Oase bis Giovanni den Campingplatz und wir uns wieder gefunden hatten.
Da es jetzt so richtig heiß wurde sind wir leider nicht mehr zur Festung der Fremdenlegion gefahren. Ein Fehler wie sich später durch Erzählungen Anderer heraus stellt. Wir haben dann, nachdem wir etwas die Gegend erkundet hatten, lieber im Schatten auf das Abendessen gewartet, daß traditionell zubereitet und auch recht gut war.

 

 

Am nächsten morgen ging es dann über die gleiche Strecke zurück,

 

 

Gepäck abladen in Matmata und nach Gabés. Dort am Strand sollte eigentlich die Chott Rallye Station machen, doch schon am Ortseingang kamen uns die ersten Fahrzeuge entgegen. Sie waren heute schon unterwegs nach
Ksar Ghilane. Also die 40 km zurück nach Matmata Nouvelle, in ein Straßencafé und den Foto gezückt. Die Motorradfahrer waren alle schon durch, wir bekamen nur noch ein paar Trucks und Jeeps zu sehen.
Heute begann der Heimweg. Es ging nach Mahdia, eine sehr schöne Stadt, ins Hotel Al Jazira. Für uns wurde vom sehr freundlichen Personal extra die Garage aufgeräumt damit wir die Maschinen einstellen konnten. In Mahdia kamen wir dann endlich zu unserer lang ersehnten Pizza und Guido zu seiner Wasserpfeife. Als sie sie ausprobierten schlief ich schon den Schlaf der Gerechten, keiner weckte mich !!!
Das Frühstück wurde auf dem Dach des Hotels serviert und nach einer Fahrt um das Cap Africa ging es von dort aus nach Hammam Lif auf den Feriendorf/Campingplatz Les Pinedes. Nicht empfehlenswert; wirklich nur gut, da er recht nahe an der Fähre liegt, obwohl der Platz recht schön ist. Schade eigentlich. Wir wollten dort eigentlich zwei Tage bleiben, da ich am nächsten Tag nach Tunis wollte um den Kühler zu holen. Kaum standen die Zelte regnete es was es konnte. Die Flucht ins Zelt und warten. Irgendwann hörte es tatsächlich auf und Guido und Giovanni machten los um etwas für das Abendessen zu besorgen. Als sie zurück kamen erzählten sie das der ganze Ort fast unter Wasser stand. Wir sind ja leider nicht zu einer Flußdurchfahrt im Gelände gekommen, wenigstens ein kleiner Ersatz.
Als wir dann abends kochen wollten, wollte der Benzinkocher nicht mehr; Pech gehabt. Also aßen wir Brot, Thunfisch mit Zwiebeln eben so. Seitdem habe ich eigentlich keinen so großen Appetit mehr auf Thunfisch.
Da uns der Campingplatz ja überhaupt nicht gefiel, wir waren auch die einzigen Gäste, fuhren wir mit Gepäck zum Flughafen nach Tunis um uns dann später in Tunis ein Hotel zu suchen. Das Wort später sollte leider zu wahr werden. Zunächst machten Guido und ich uns auf den Weg ins Flughafengebäude um nach der Zollabteilung zu fragen. Mit meinen französisch Kenntnissen , Händen und Füßen erklärte ich einem Zöllner mein Problem. Der sagte nur ich müßte zu ‘Fred’ gehen, Wer zum Teufel war ‘Fred’?. Also gingen wir in die Richtung die er gezeigt hatte ins nächste Gebäude. Dort das gleiche Spiel, nachdem ich erklärt hatte um was es geht, sagte der Beamte nur etwas von ‘Fred’. Der muß ja ganz schön bekannt sein dieser ‘Fred’. Nachdem wir an noch zwei Gebäuden gefragt hatten und uns jeder zu ‘Fred’ schickte, gab es endlich de Rätsels Lösung. ‘Fred’ wird nämlich ‘freight’ geschrieben und bedeutet Fracht. Wir waren am Frachtflughafen!!!
Rein ins Lufthansa Büro und der nette, deutschsprechende Tunesier erklärte was wir zu machen hatten. Zunächst brauchen wir die Frachtbrief- und die Flugnummer. Die hatte aber der ADAC und da es kein Telefon am Frachtflughafen gab mußten wir wieder zurück zum Hauptgebäude. Jetzt erst merkten wir das wir schon etwa 3km unterwegs waren und zu allem Übel fing es auch noch an zu regnen. Nicht nur so ein bißchen, sondern so richtig heftig bis wir bis auf die Haut naß waren. Zurück im Flughafen rief ich beim ADAC an und bekam auch gleich die benötigten Daten. Wieder zum Moped, trockenes T-Shirt an. Wir fuhren natürlich rüber zum Frachtflughafen und kaum betraten Guido und ich die Hallen des tunesischen Zollflughafen, nahm uns ein Schlepper unter seine Fittiche und führte uns von Büro zu Büro. Dort ein Stempel des tun. Zolls, dort ein paar Dinar für die Frachtgesellschaft, wieder ein Stempelchen und weiter zum nächsten Büro. Dieses Schreiben kriegt der, der muß dort einen Kommentar drauf schreiben; ich hatte den Kühler sogar schon in der Hand aber nur um unter meinen Augen das Päckchen zu kontrollieren und dann mit einem Zollband das Päckchen wieder zuzukleben; und so weiter und so weiter. Leider lauerte noch ein Feind den wir nicht bedacht hatten. Die 2,5 stündige Mittagspause. Nichts ging mehr. Also zu den anderen und irgendwie die Zeit tot schlagen. Ulli und Giovanni machten sich dann auf ein Hotel in Tunis zu suchen und Guido und ich schlugen die Schlacht gegen die tunesische Bürokratie. Wir hatten nur noch zwei Büros vor uns und als auch diese Hürde genommen war standen wir vor der Ausgabe als würde gleich der Weihnachtsmann mit Geschenken rauskommen. Leider beachtete uns keiner, erst als der Zivilbeschäftigte vom letzten Büro kam und mit den Zöllnern sprach setzte sich jemand in Bewegung. Das Päckchen kam immer näher. doch wieder griff ein Zollbeamter ein und kontrollierte das Päckchen erneut. Nun fiel den Zollbehörden kein weiteres Spiel mehr ein und ich hielt tatsächlich den Kühler in meinen Händen. Auf dem Absatz kehrt und ohne uns umzudrehen oder auf Rufe zu hören gingen wir zu den Motorrädern. Hätte ich in diesem Moment eine Flasche Champagner zur Hand hätte ich sie wohl im Stile eines Formel 1 Fahrers geöffnet. Natürlich klingt das alles etwas hart, aber ich habe Zeugen, und, hoffentlich nicht, kann meine Erfahrungen noch jemand anders bestätigen. Nun waren wir an der Reihe auf Ulli und Giovanni zu warten. Nach etwa einer dreiviertel Stunde kam dann Giovanni um uns ab zu holen. Wir ihm hinterher, mitten durch das Getümmel einer arabischen Großstadt, bis wir endlich vorm Hotel Majestic standen. Ich dachte noch das Hotel sieht ja echt gut aus, aber wohin mit den Mopeds. Auch dafür gab es eine Lösung, der Tee Saloon wurde kurzfristig in eine Garage umfunktioniert. Den erfolgreich erstandenen Kühler und die Unterkunft in dieser Nobelherberge feierten wir erst einmal, allerdings war es nun leider zu spät die Stadt noch per Pedis kennen zu lernen. Uns blieb nur noch das Abendessen. Als wir so durch Tunis laufen, denke ich das gibt’s doch gar nicht. Ein paar Meter vor uns standen die beiden Motorradfahrer die wir an der Gabelung hinter Kebili getroffen hatte. Mit ihnen zusammen gingen wir etwas essen, und jeder erzählte was so alles passiert ist. Leider werden auch in Tunis um 23:00 Uhr die Bordsteine hochgeklappt und so gingen wir halt wieder zurück zum Hotel. Was wirklich sehr lustig war, war die Tatsache daß die meisten Motorradfahrer die zum ersten Mal nach Tunesien kommen auch in etwa die gleichen Ziele ansteuerten, vielleicht in einer anderen Reihenfolge. Wir erfuhren fast auf jedem Campingplatz was der oder die gerade machten. Tunesien ist echt ein Dorf.
Am nächsten morgen ging es dann unwiderruflich nach Hause. Die Fährfahrt verbrachte ich mit lesen, essen und trinken. Es wäre wohl doch ratsamer gewesen eine Überfahrt mit Kabine zu buchen, man kann sich dort einfach besser erholen.
Als wir dann in Genua ankamen war das Wetter echt gut. Auch die letzte bürokratische Hürde, wieder ein Formular auf das ein ital. Zöllner einen Stempel drauf drücken mußte wurde erledigt. So jetzt auf die Autobahn und Richtung Heimat. In der Schweiz verabschiedeten wir uns von Ulli, sie wollte nicht durchfahren und übernachtete in der Schweiz. Wir drei machten uns auf um ein Paar Raststätten weiter anzuhalten und warme Kleidung anzuziehen. Kurz vor dem Gotthard waren dann auch noch die Regenklamotten dran. Es sollte bis ich in Frankfurt war auch nicht mehr aufhören. Nachdem ich mich in Karlsruhe von Guido und Giovanni getrennt hatte ging es alleine weiter. Damit ich auch schön wach bleibe ging mir etwa 30km von meiner Wohnung so gegen 1:00 Uhr morgens im strömenden Regen das Motorrad aus. Der Adrenalinspiegel stieg enorm, aber zum Glück ging nach mehreren Startversuchen das Moped wieder an. Zuhause angekommen Gepäck ab und eine heiße Dusche. Am nächsten Abend erfuhr ich leider von Ulli daß ihr das Motorrad kurz nach Freiburg liegen geblieben ist. Der Schlauch zum Ölkühler war geplatzt und da sie keine Öldruckkontrollanzeige hat fiel es ihr hoffentlich nicht zu spät auf!
Meine komplette Strecke betrug 4240 km.

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